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I. Unsinn

Das, was Wittgenstein noch für Unsinn hielt, worüber man schweigen muss, ist bei mir ausnahmslos. Wir können über nichts reden, ohne als Unsinn zu erkennen, weil wir zu den Dingen und zum Handeln, eine differente Beziehung haben. Sei es zu den realen Dingen, sei es zu den gedachten Dingen. Es mag auch sein, das Sprechen ein Handeln ist, aber eben nur ein Ersatz, und somit kein Sinn selbst. Es ist eben ein Unterschied, ob ich ein Goldstück auf den Tisch lege, oder nur sage, dass ich jetzt ein Goldstück auf den Tisch lege oder gelegt habe. Eine Verbindung zwischen beidem zu knüpfen, sagt ebenso nichts als Unsinn.

II. Reden

Für meine Theorie besteht kein Problem darin, alles Sprechen als Unsinn zu sehen, ebenso wenig wie für Parmenides, alles als nichts zu sehen. Warum sollten wir, wie der frühe Wittgenstein noch andachte, von Dingen reden, die wir einsehen? Sicher konnte er erklären, wie eine Eisenbahn funktioniert. Welch ein Unsinn. Wenn ein Banker oder Versicherungsagent erklärt, wie man ein Vermögen macht. Welch ein Unsinn (wenn es Sinn machte, würde er es keinem sagen). Es macht wohl Sinn, solange Unsinn zu reden, bis daraus ein Sinn zu erkennen ist (nur für einen selbst) und immer weiter.

III. Erfahrung

Es besteht die Ansicht, dass wir nur wahr über unsere Erfahrungen reden können. Das ist richtig. So reden wir. Unsere Erfahrungen sind die bewegten Schatten auf der Höhlenwand und nur diese sind für uns real. Wer die Höhle verlassen hat und die Dinge gesehen hat im Licht, dm sagen wir er sagt Unsinn und bringen ihn um. So gesehen kommen wir aus diesem Dilemma Unsinn nicht hinaus. Natürlich macht die große Rede, das bedeutende Buch, das ganze Leben Sinn. Aber nur für den der es annimmt als seinen Sinn. Der Unsinn ist natürlich auch dieser Widerspruch, indem ein Wissenschaftler behauptet, es mache sehr wohl Sinn und ich muss ihm recht geben, denn für ihn kann es schon Sinn machen und für andere einen anderen Sinn. Bei der Sprache haben wir ein immer Werdendes zu denken, welches niemals zum Sein gelangt. Es ist schwierig über die Dinge nachzudenken und noch schwieriger etwas herauszufinden, aber es ist unmöglich, sich für alle verständlich zu machen.

 

 

SCHWAIGEN&NICHTSZ
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FREUDE - AUTOR
FREUDE - AUTOR

 

Gibt es eine Sprache hinter dem Sprechen

 

-Wir schweigen mit dem Sprechen-

 

Reden wir aus unserem Gewissen, so reden wir immer richtig und wahr. Wer könnte daran zweifeln? Auch wenn sein Gewissen ihm etwas anderes sagt. Wo man nicht exakt reden kann, muss man schweigen. Dieses exakt hieße genau, gründlich, Wort für Wort. Wer aber exakt redet, der schweigt und wer schweigt der spricht, der spricht zu sich, zu jedem und zu niemand. Muss dann nicht diese Art des Schweigens als eine beredete Art des Schweigens verstanden werden? Alle Reden, Fragen und Antworten sind metaphysisch und sinnlos (in unserer Betrachtung mit exzessivem Charakter). Nichts lässt sich verifizieren, noch falsifizieren. Nur in unseren Träumen wird alles wahr. Die Hermeneutik ihrerseits ist ein sinnloses Unterfangen. Wir können etwas sagen, können es aber nicht beweisen und eigentlich nicht einmal denken. Wittgenstein erklärt nun, der Satz und das Ding sind das mystische, das sich zeigt, aber unaussprechlich ist. Wie kann man philosophisch über einen Satz nichts sagen, der ja schon als Satz, also schon gesagt ist. Wir können über das reden, von dem wir Augenzeuge waren. Genau betrachtet, bleibt da nicht mehr viel zum Reden.