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I. Unsinn

Das, was Wittgenstein noch für Unsinn hielt, worüber man schweigen muss, ist bei mir ausnahmslos. Wir können über nichts reden, ohne als Unsinn zu erkennen, weil wir zu den Dingen und zum Handeln, eine differente Beziehung haben. Sei es zu den realen Dingen, sei es zu den gedachten Dingen. Es mag auch sein, das Sprechen ein Handeln ist, aber eben nur ein Ersatz, und somit kein Sinn selbst. Es ist eben ein Unterschied, ob ich ein Goldstück auf den Tisch lege, oder nur sage, dass ich jetzt ein Goldstück auf den Tisch lege oder gelegt habe. Eine Verbindung zwischen beidem zu knüpfen, sagt ebenso nichts als Unsinn.

II. Reden

Für meine Theorie besteht kein Problem darin, alles Sprechen als Unsinn zu sehen, ebenso wenig wie für Parmenides, alles als nichts zu sehen. Warum sollten wir, wie der frühe Wittgenstein noch andachte, von Dingen reden, die wir einsehen? Sicher konnte er erklären, wie eine Eisenbahn funktioniert. Welch ein Unsinn. Wenn ein Banker oder Versicherungsagent erklärt, wie man ein Vermögen macht. Welch ein Unsinn (wenn es Sinn machte, würde er es keinem sagen). Es macht wohl Sinn, solange Unsinn zu reden, bis daraus ein Sinn zu erkennen ist (nur für einen selbst) und immer weiter.

III. Erfahrung

Es besteht die Ansicht, dass wir nur wahr über unsere Erfahrungen reden können. Das ist richtig. So reden wir. Unsere Erfahrungen sind die bewegten Schatten auf der Höhlenwand und nur diese sind für uns real. Wer die Höhle verlassen hat und die Dinge gesehen hat im Licht, dm sagen wir er sagt Unsinn und bringen ihn um. So gesehen kommen wir aus diesem Dilemma Unsinn nicht hinaus. Natürlich macht die große Rede, das bedeutende Buch, das ganze Leben Sinn. Aber nur für den der es annimmt als seinen Sinn. Der Unsinn ist natürlich auch dieser Widerspruch, indem ein Wissenschaftler behauptet, es mache sehr wohl Sinn und ich muss ihm recht geben, denn für ihn kann es schon Sinn machen und für andere einen anderen Sinn. Bei der Sprache haben wir ein immer Werdendes zu denken, welches niemals zum Sein gelangt. Es ist schwierig über die Dinge nachzudenken und noch schwieriger etwas herauszufinden, aber es ist unmöglich, sich für alle verständlich zu machen.

 

 

SCHWAIGEN&NICHTSZ
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FREUDE - AUTOR
FREUDE - AUTOR

 

KontraVerse - zur Kontroverse


10 Jahre 2003 – 2013

KontraVerse - zur Kontroverse 10 Jahre 2003 – 2013

754 Gedichte 828 Seiten

Hardcover | DIN A5 hoch | 828 Seiten s/w | ISBN: 9783844266931
Deutsch | Altersempfehlung: keine | Erscheinungsdatum: 24.09.2013

Schlagworte: Lyrik, Gedichte, Poesie, Poetry, Dichtung

Autor: Manfred H. Freude

Kategorie: Belletristik & Literatur Lyrik, Essays & Briefe

Hardcover Preis: 57,45 €

 

http://www.epubli.de/shop/buch/Kontraverse-Manfred-H-Freude-9783844266931/30553

 

 

Hier kommt der Sturm und der Drang.
Manfred H. Freude ist in Aachen geboren, wo er bis heute lebt, als Schriftsteller und zugleich Philosoph, Lyriker, Dramatiker, Essayist. Er hat ein Werk von über 30 Büchern vorgelegt. Zahlreiche literarische Veröffentlichungen, literaturwissenschaftliche Aufsätze, tagespolitische Bemerkungen und Kritiken. Er veröffentlichte zahlreiche Bücher und mehrere seiner Dramen wurden aufgeführt. Er veröffentlichte in Zeitschriften und Anthologien. Mit seinen Gedichten hat er Einfluss auf die dichterische Qualität der deutschen Sprache genommen. Er ist ein großer Fürsprecher für das Lesen von Gedichten und die Beschäftigung mit der Philosophie. Neben der literarischen Arbeit hat er Beschäftigung und zusätzliches Studium an der RWTH Aachen in Germanistik, Philosophie und Kunstgeschichte. Er zeigt sich stets jung, risikofreudig und innovativ mit professionellem Engagement. Er ist Mitglied des Literaturbüros Aachen und Projektleiter der monatlichen Aachener Autorenlesung die Silbenschmiede, und Kurator für Lesungen und Kunstausstellungen. Sammler von Grafik und Kunst. Nebenbei sang er in Chören und spielte am Aachener Stadttheater mit. Er zeigt eine sehr große sprachliche Präsenz bei Lyrikvorträgen. Seine Werke sind wunderbar geschrieben und wirklich schön formuliert. Manfred H. Freude erfreut mit seinen tiefsinnigen, liebevollen, ausdrucksstarken, inspirativen Gedichten. Der Autor versteht es, durch Leichtigkeit und Echtheit tiefe Gedankengänge zu vermitteln. Seine Worte wirken entschleunigend. Und das gelingt ihm nicht nur dann, wenn er die Zeit ganz gezielt anspricht: Die Zukunft hat schon gleich begonnen. Ich halt die Uhren alle an. Eigentlich kommt Freude aus dem Imperfekt. Aus der Vergangenheit? Mitnichten! Das Imperfekt kommt jedoch in der gesprochenen Sprache besonders in Süddeutschland und Österreich (außer: war und wollte) sehr selten und in der Schweiz überhaupt nicht vor, während es im Norden Deutschlands – recht stark vom Perfekt abgegrenzt – auch in mündlicher Sprache benutzt wird. Die Mitvergangenheit oder die unvollendete Vergangenheit. Also in der Bedeutung „Die Unvollendete von Freude“. Ob sein Werk vollendet, also abgeschlossen werden kann ist nicht zu erwarten. Es bleibt ein unendlicher Dialog. Es ist immer schwierig, in einer kurzen Geschichte eines Mannes, das Leben zusammenzufassen.

 

Kontraverse - zur Kontroverse 10 Jahre 2010 - 2013

Hardcover | DIN A5 hoch | 828 Seiten s/w | ISBN: 9783844266931
Deutsch | Altersempfehlung: keine | Erscheinungsdatum: 24.09.2013

Schlagworte: Lyrik, Gedichte, Poesie, Poetry, Dichtung

 

Fotos Sprachphilosophie

SCHWAIGEN&NICHTSZ Die unerhörte Wende www.freude-autor.de Wissenschaft + Sprachphilosophie Hardcover 480 Seiten ISBN Nr.: 978-3-8442-1662-2 Tel.: 01805 / 88 11 20 Preis 69,85 € Kontakt@epubli.de www.epubli.de SCHWAIGEN&NICHTSZ Die unerhörte Wende

 

 

 

 

 

 

 

 

Schweigen und Nichts

Von Manfred H. Freude

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vom Schweigen und Nichts

Ineinsgefroren liegt himmelschwer.

Tiefschwer Vergrabenes. Im Körper.

Gehäutet.

Leeres Gerede von Pulten.

Die NICHTS sagten. Sprachen. Ja, sprachen.

Doch NICHTS sagten. Schwiegen

Schrieben von den Pulten – schwiegen

Von einer Stimme, mit eines Stimme

Beides zusammen

Nicht eines, sondern: Keines

Was redet, aber nicht spricht

Nichts sagt aber schweigt

Denn dort ist einer.

Der nicht redet aber schweigt

Der führt das Wort.

Führt es hinaus ins Nichts.

Doch wo steht das Nichts?

Das Nichts, es steht auf dem Nichts.

Das Schwarze, es steht auf dem Weißen.

Das schweigt: Das Schweigen

Das Leichenläuten der Totenglocke

(Auf dem Nichts steht das Nichts).

Ineinsgefroren

Beides zusammen

 

 

 

Rede kann nicht ohne das Schweigen gedacht werden, sowie die Stille nicht ohne einen Laut gedacht werden kann.

 

Schweigen und Nichts:

Es geht in leitendem Gedicht, um Schweigen, (um das Nichts, vielleicht). Das Schweigende, es heißt, es wird „Nichts“ gesagt, immer. Auch wenn gegenwärtig rar von Sprechen und Reden steht, so ist es doch gerade so, dass Austausch Be-Deutungs-Los ist. Es wird immer gesprochen, und immer wird nichts gesagt; „es steht geschrieben …“, doch was steht in der Schrift, was steht in dem Dunklen auf dem Toten, - NICHTS. Es steht dort das Nichts und es schweigt. Der Redner redet, der Zuhörer horcht oder er protokolliert. Der Redner spricht nicht, weil der Hörer ohnehin schon weiß oder vermerkt, weil er nicht weiß, was er nicht weiß. Unverständlich also jede Rede. Die Schrift steht da, ohne den Leser, als ein Nichts. Viele Bücher in vielen Regalen sind allesamt bedeutungsloses Nichts. Werden sie gelesen, treten sie zu den anderen Worten, verbinden sich mit dem schon Bekannten? Nein es ist keine Wissenschaft. Die Worte, die Begriffe, sind alle längst bekannt. Eine Rede oder eine Sprache wäre nur eine Erklärung, aber was sollte erklärt werden, was verstanden werden, wenn es nicht ohnehin schon gewusst wäre. Man nur selber eben keine Erklärung hätte und es nicht beschreiben könnte. Das Schweigen ist keine Reflexion, auch nicht das Reden. Reflexion ist Einbildungskraft, ist Denken. Aber weder das Reden noch die Schrift ist DENKEN. Reden ist Wissen, aber wovon wissen wir? Wir wissen, was eine Rede ist, können es aber nicht erklären; aber wenn einer erklärt was eine Rede ist, was wissen wir dann? Wissen wir dann mehr, was Wissen ist, was wir vorher nicht wussten? So ist es desgleichen mit einer Interpretation. Man liest bescheiden im Kaffeesatz. Man kann interpretieren welcher Kaffe und welche Tasse, aber kann man interpretieren, was der Kaffeetrinker dachte, oder welche Person er war? Das ist wahrsagen. Ist der Interpret ein Wahrsager? Wäre diese Überlegung bedeutungslos, sollte man schweigen, es wäre Nichts. Wir reflektieren und denken, wir blicken nur rückbezüglich. In diesem plötzlichen Augenblick werden wir bereits zu Stein, wir begegnen dem Medusenhaupt. Wir schaffen etwas vollkommen Neues. Wir treten aus dem Text, stellen diesen oder uns selber auf den Kopf. Treten an die Stelle eines neuen Schöpfers und an die Stelle von Büchners Lenz, der am liebsten auf dem Kopf gehen wollte. Dies ist aber die andere Geschichte. Das Gedicht redet alleine vom Schweigen. Hier vielleicht kommt eher Wittgenstein zum Zuge: Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen. Aber gibt es ein Ding, wovon man sprechen kann? Wir hören nur das Stumme, das Stille, das Glockenläuten, das auch aus dem Gedicht hervorkommt; Heideggers Geläut der Stille? Vor allem aber ist es immer beides. Insofern also eine Reflexion, aber eine subjektive Reflexion, ohne ich, ohne du und ohne wir. Es gibt keine Antwort. Eine, oder JEDE Antwort die wir finden war bereits da und ist immer dort. Nur herausgeholt, also nicht vom Redenden, sondern vom Schweigenden, vom Stummen, vom Stein, der nicht spricht. Von der Grenze, an der die Rede, der Gedanke abgegeben wird und bei seinem Zurückblicken zu Stein wurde. Das Schweigen ist kommunikativ aber das Reden ist Nichts-sagend, besonders für Zuhörer. Eine Raumstation, die schweigend im Raum schwebt, spricht. Spricht und schweigt. Technik ist stumm aber redend. Die große Rede, die automatische Rede, verweigert eine Antwort, ein eisiges Schweigen. Ich spreche nicht vom Gebet oder der Rede des Pfarrers und die Gemeinde schweigt. Ich spreche von beidem. Der Geistliche schweigt, indem er redet, und die Gemeinde schweigt, indem sie aus ihrer Andacht redet, beides. Das drückt das Gedicht aus, beides, keine Disjunktion. Eher eine Gleichzeitigkeit eines Grundelementes oder eines Elementarteilchens das zeitgleich, selbst an verschiedenen Orten anwesend ist. Das Gedicht gleicht einer Zeitungsanzeige. Sorgfältig formuliert. Aber wo steht es? Auf welcher Seite? Wer ist sein Leser? Interessiert? Zeigt er Interesse? Er nimmt etwas wahr, etwas für wahr halten. Das Gedicht, die Berichte, sie sprechen. Der interessierte Leser sucht sein Gegenüber. Er redet mit dem Text aber es ist eine automatische Rede. Das Problem des zum Sprechen bringen ist ein Bild, das wir uns von ihm machen. Es erzeugen. Wir müssen vergleichen. Dieses Bild mit den Unseren vergleichen. Das können wir aber nicht übereinander bringen, noch können wir es nebeneinander bringen. Nur in Gedanken, in Reflexionen. Wir müssen beide Bilder erst beieinander bringen, kooperativ miteinander vereinigen. Schreiben, malen, fotografieren. Des Gegenüber und unser Bild. Damit werden wir vergleichen. Ohne dieses Vergleichen sagt uns das Bild oder die Sprache des Gegenübers Nichts. Wir entwickeln unsere Theorie. Auch wenn diese Theorie falsch ist, können wir sie überprüfen. Nur so lernen wir. Die unausgesprochenen Worte der Rede fallen zurück und werden zum Überlebenden Schweigen. Das Ungeschriebene, verhärtet, es wird zur Sprache. Der Gedanke führt zu einem anderen Gedanken. Ein stummer Vorgang von Reflexion. Denken ist einsam, still. Sprachen, ja, aber ihr Sprechen war kein Sprechen. Ihre Reden waren keine Reden. Sie schwiegen und es waren keine Worte; weder in ihnen, noch aus ihnen. Sie verstanden genau. Was sie verstanden, stand auf ihnen geschrieben. War ihnen eingeprägt als schweigende Inschrift. Niemandes Sprache, die Kainsprache. Trugen sie ins Feld um Furche und Furche und an den Grenzen kehrten sie den Vers : vaterländisch. Wendeten sie den Pflug, hoben die Steine. Denn es lagen Steine in den Furchen und Worte fielen aus der Erde und vom Himmel. Widerworte von Reihe zu Reihe, vaterländisch. Reden, Gespräche - reden und sprechen. Es fällt ein Gegenwort, es kommt etwas dazwischen, a priori einer Idee, selbstverständliches einer These. Kein Sein oder Nicht-Sein, eher ein Unterschied. Etwas dazwischen, was immer schon da war, es setzt sich ein Wort dazwischen. Hiermit setzt das Sprechen ein. Es spricht ein Immer-noch am Rand des Verschweigens. Es bleibt was gesprochen und beginnt eine Gründung, ein Riss. Es spricht eine Widerrede in der gleichen Rede. Spricht in einer Anderen Sache, von anderer Sache. „Von einer Stimme, mit eines Stimme Beides zusammen Nicht Eines sondern : Keines“ , so heißt es im Gedicht. Das entweder, oder, ontologisch getrennt aber doch beides zusammen, nur nicht in eines  gefasst sondern eher in nichts, niemand, keines, ein Gleiches. In der Tragödie sieht Einer die ganze Brutalität, ein Anderer sieht es als humorvolle Inszenierung, ein Dritter sieht nur das ästhetische Erlebnis. Beim Einmarsch der Truppen erlebt die Eine[1] das Entsetzliche, die ungeheuere Brutalität, das Brüllen, Singen und Marschieren in Todesangst erlebt; während ein Anderer die Begeisterung, den Jubel und das Fest empfindet, ein Dritter bleibt gänzlich unbeteiligt. Die persönliche Erfahrung jedes Einzelnen schließt das Ereignis aus. Es bleibt die Distanz. Das Direkte ist poetologisch unverständlich. Wer es aber Direkt will, kann es so oder so sehen oder aber Verschweigen, Verstummen. Ein gemeinschaftlicher Diskurs einer Sprache zum Erlebten ist unüberbrückbar. Der Diskurs aus einem Reden und Sprechen ist in einer unüberbrückbaren Mitteilung zum Ereignis, das Ereignis ist isoliert und alleine. Es ist Vergangenheit und Stille, es schweigt. Die Daten des Ereignisses stehen auf seinem Denkmal eingemeißelt. Es bleibt aber weiter diese unüberbrückbare Distanz zum Besonderen, zur Erfahrung. Immer sind es zwei Sonderfälle, die Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft und das Erlebte. In einer ständigen Widergeburt wird das Gemachte, das Schöne gezeugt. Das Jungfräuliche wird unsterblich, das selbst als Tod geborene erscheint fort als der unsterbliche, der lautlose Tod, das schweigende Nichts. Die Wahrheit des Handelns in der Kunst und der Einsicht bestimmt nicht über ja und nein sondern um gut und böse. Ich habe mich dazu entschieden der Rede eines bekannten Autoren zuzuhören, weil mich das Thema brennend interessiert. Als denkender Mensch aber gehe ich nicht unvoreingenommen in den Saal und beginne sofort zu Beginn der Rede des Autors mit meinen Überlegungen. Subjektiv liegt es also nicht am Redner, mir sein Wissen zu demonstrieren, sondern an meinem Wollen. Ich bin es, der sich dem Einfluss des Redners nicht preisgeben will. Sprache ist eine Regel, folgt einer Regel und jede Regel ist Kunststück meiner praktischen Vernunft. Zum Kreatürlichen von Regeln gehört, das sie mit anderen Regeln verschmelzen. Der Redner redet keine Rede, er mag vielleicht mit seinen Gedanken irgend sonst wo sein während er redet. Warum sollte er diese Möglichkeit seinem Zuhörer nicht zugestehen. Es ist als besteige er einen Berg und ich folge ihm. Sein Gedanke mag sich bereits auf dem Gipfel befinden, während mein Gedanke noch weit unten im Tal sich befindet. Wir sind nicht auf gleicher Höhe und können es auch niemals sein. Der Redner selbst wird es wohl niemals erreichen mit sich selbst auf gleicher Höhe zu sein.

 

Schweigen ist ein kommunikativer Akt. Als kommunikativer Akt setzt es eine Aktion voraus. Ein Anreden als symbolische Handlung. Es frag in der Sprache um die Zeit eine Aufklärung zu bedenken. Zum weiteren kündigt das Schweigen ein Ende des Dialogs. Wer zuhört schweigt und wer redet verschweigt. Das Schweigen macht den Weg frei zum Nachdenken. Schweigen folgt dem Verstummen. Nachdenken und Konzentration provozieren Schweigen. Wieder das Vergessen wird ein Sprechen gefordert. Dieses Sprechen beginnt mit einer „Schweigeminute“.

 

Wer so handelt scheint alles zu wissen. Kann die Dinge nachbilden, Ebenbilder schaffen oder Trugbilder.

Das Schweigen aber ist „ etwas“ über das man wieder Reden kann, dem man etwas zusprechen kann.

Hat man das Schweigen zum Gegenstand, dann redet man, spricht dem Schweigen eine Existenz zu.

Die Erkenntnis, das Fortfahren vom Logos zu Logos entsteht in der Wende, der Kehre, im Erfahren der Grenzsituation, im Randzonenparadox des verschwiegenen Erfahrungsraumes. Das Aussprechbare will gesucht und gewonnen sein.

Im Atemlosen verhärtet das Schweigen zur Sprache.

Mit dem Schweigen beginnt die Sprache als Denken und Schreiben.

In dieser Lücke, Pause, Leerstelle. Alles geschriebene, jedes Wort, jede Silbe, jeder Satz ist an dieser stelle Nutzlos.

Hölderlin spricht hier vom Menschen als Zeichen, nicht als Hörer oder Leser. „ Ein Zeichen sind wir, deutungslos“ Wir sind die Setzer von Zeichen, deutungslos!

 

Rede als Denkprozess

Eine Rede ist nicht eine Rede nur weil sie laut geredet wurde. So wie die laute Sprache nicht selbst laut oder leise ist, da zur Sprache nicht laut oder leise passt. Zum Schweigen gehört ebenso nicht „Stille“ oder „Nicht Reden“. Die Rede selber ist ein Denkprozess und damit unsichtbar und unhörbar. Wie können wir also einen Redner, der sichtbar und hörbar spricht, wie können wir uns seinen Denkprozess vorführen? Eine Rede kann nicht ohne das Schweigen gedacht werden, sowie die Stille nicht ohne einen Laut gedacht werden kann.

 

 

 

Sprechen ist eine Angelegenheit der Muskeln 

Handeln ist eine Angelegenheit der Muskeln (Bewegung). Die Funktion des Geistes ist ihrem Wesen nach eine schweigende, innerliche Operation. Der Geist wäre ein Ort geheimster Gedanken. Dem Sprechenden gegenüber muss man sich selber bewusst sein, man muss etwas kennen. Nur so kann es zu einer Bekanntschaft einem Kennen kommen, einem bekannt sein als einem Verstehen können. Wir nehmen Bezug auf seine Rede vom Datum her. Eine Bezugnahme von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, von einem Hier und einem dort.

 

Nihilismus im Schweigen der Sprache

Das Schweigen der Sprache ist keine Schwarzmalerei, keine Schrift auf weißem Grund. Auch trägt das Schweigen nicht den Hauch einer Verneinung oder einer Anarchie.  Das Schweigen des Menschen ist ohne Sprache, kommt als Mitläufer. Unentdeckt (laut Internet Guru Geert Lovink, Buch Zero Comments) verstauben im Internet Blogs ohne Leser. Keiner braucht sie, keiner liest sie, keiner zitiert sie, keiner kommentiert sie. Laut Lovink ein neuer digitaler Nihilismus: die frühen alten Menschen, die sich nichts zu sagen haben, zuzusprechen war. Die Null, die in der Software aufscheint – „kein Verkehr, niemand da gewesen“, das Nihil von Nihilismus – ist die Regel, nicht die Ausnahme. Man schreibt, aber man liest nicht mehr. Man schreibt blogs: global, aber keiner liest die blogs der Anderen. Man schreibt Lyrik ohne Ende, aber keiner kauft Lyrik. Man redet und keiner hört zu – sie kennen das!

 

Celan

Das Lyrischkreative ist das implizite des expliziten Dasein auf dem Weg durch das Schweigen im Stimmhaften der Sprache und Schrift.

 

1.                                                                                       Ist dieser Satz Erklärung, Interpretation zu meinem Gedicht „Schweigen und Nichts“ und erklärt dieses Gedicht diesen Satz?

2.                                                                                       Die Beziehung des Impliziten und des Expliziten. Das Eine kann ohne das Andere nicht gedacht oder ausgesprochen werden.

 

Die Sprache Celans verschweigt von Unaussprechlichem und redet damit. Das äußerste Schweigen wird zur Sprache des Stummen, dessen, der nichts sagen kann, weil ihm die Sprache versagt; wie dem Toten, dem Staub, dem Stern. Der Rede wird ihre Sprache genommen. Alles an Haut und Gedärm wird entfernt und es bleibt nur noch der Knochen. Die ausgegrabenen Knochen der frühesten Menschen beginnen zu reden. Im entkernten Text wird das Entsetzliche des Verstummten, des Unausgesprochenen, sichtbar. Wir begreifen was der Redner nicht sagte, ja was er nicht wusste. Nach Celan geht das Kreatürliche des Sprechenden, oder der Sprechende geht kreatürlich mit seinem Dasein zur Sprache. Das Lyrischkreative ist das implizite des expliziten Dasein auf dem Weg durch das Schweigen im Stimmhaften der Sprache und Schrift.

 

Was wir zu Hause gelernt haben, das wissen wir. Was wollen wir also in der Rede wissen? Das, was wir bereits wissen? Was wir nicht wissen, das können wir nicht wissen, können also nicht Wissen, auch wenn wir wüssten das wir nicht Wissen. Wir nähern uns einer Spur. Fische und Vögel ziehen keine Spur. Doch beobachten wir, wohin sie geflogen oder geschwommen sind, wo sie herkamen und wo sie auf ihrer Reise waren. Anhand dieser Punkte bringen wir, in das Dunkel des Dickichts, Licht. Wir entfernen das Gestrüpp und der Blick wird immer freier und lichter. Redet Einer, so stelle er seine Meinung gegenüber. Ich passe meine Meinung seiner an, entweder unter dem Aspekt wahr oder falsch. Dieses Wahr und Falsch ist die Rede, ist ein „Sprechen“. Die Sprache aber (so steht im Menon[2] ) ist eine ständige Wiedergeburt. Eine Selbstreflexion zwischen lieben und sterben. Die Sprache ist das Kreatürliche, das menschliche Schicksal. Eine Rede der Seherin/des Priesters ist Tod und Erlösung; etwas medusenhaftgleiches, - man hört die Rede und sieht zurück und blickt versteinert in das Medusenhaupt.

Im Sophistes [3] „der Fremde“ kann reden, er will reden, er will lehren, er will ein dialogisches Lehrgespräch führen (mit seinem Schüler?); aber er ist grundsätzlich zu einer „monologischen Vorlesung“ bereit - niederschreiben? abgeben? herausgeben? Denken und Sprache sind existent, kreatürlich, (Kreation). Das Schreiben ist hier ein Schweigen.  Der göttliche, „gar philosophische“ Mann hat „gelehrt“, er hat „etwas herausgekriegt“ was er herausgefunden , was er gefunden hat, das muss er an einer Grenzmarke abgeben, (Laotse und der Zöllner) als eine Ermahnung, als ein geschriebenes Schweigen. Die Bekehrung bleibt diesem ungeachtet im Haus. Sie wird von der Lehrmeinung zum Wissen. Das Schweigen lässt sich differenzieren, unterteilen. „ [4]dadurch wird das bestehende, implizite Vorwissen des kompetenten Sprachbenutzers ( im Sinne eines knowing how ) sprachlich explizit gemacht (im Sinne eines knowingthat). Das Wissen lässt sich aus dem Schweigen heraus ordnen, datieren, zuordnen. Das grenzhafte Schweigen als ein Randzonen Paradox.

„Denken und Rede sind dasselbe. Nur dass das innere Gespräch der Seele mit sich selbst, das was ohne Stimme vor sich geht, Denken genannt wird.“[5]

 

Das Schweigen jeder Rede liegt in ihrer Erfahrung. Das Greifbare der Dinge, das in einer Rede enthalten und herauszuziehen ist, liegt weit zurück und ist nur in einer Zukunft herauszureißen. Je höher eine Rede fliegt, je mehr begeht sie eine unwirkliche, lebensfeindliche Zone. Nicht ihre Worte, noch ihr Atem, ihr Herzklopfen oder die Geräusche des Blutes sind vernehmbar. (Das Schweigen des Lemma) Ruhe ist über allen Wipfeln. Wir bewegen uns oberhalb der Baumgrenzen. Die Rede verdeckt wie ein Schleier das Schweigen im Behältnis der Rede. Die Rede gleicht einer Vase, einer Truhe, einem Telefonbuch. Wie das Rad für die Nabe da ist; die Vase oder Truhe, oder das Telefonbuch sind nur das hohle, die Leere, der Raum; das Innen berechnet. Die Gefäße beruhigen die Dinge.

 

Verstummen. Wenn Kunstwerke nicht mehr sprechen, spricht ihr Verstummen selbst. „Wenn Kunstwerke nicht mehr sprechen, spricht ihr Verstummen selbst“. So etwa drückt Adorno in seiner Ästhetischen Theorie sich aus. Ist nicht in allem noch im kleinsten Stäubchen die Spur der gegenständlichen Welt eingeschrieben? Kunst spricht immer, jederzeit spricht das Bild, das Objekt im öffentlichen Raum, schreit hinaus. Auch wenn niemand da ist und schweigt, sobald keiner da ist oder keiner hinhört; wie ein Baum im Wald der umfällt wo nie ein Ohr ist, wird keiner einen Ton hören. Das Gedicht „Der Teppich“ von Stefan George [6] das symbolisch durch betrachtende Versenkung „der immanente Prozesscharakter des Gebildes„ sich entbindet. Hier heißt es: „indem es spricht, wird es zu einem in sich Bewegten“.  Der Redner, der seine Rede spricht, bringt die Bewegung. Es benötigt einen Willen. Die Materie, das ausgesprochene Ding, bewegt sich im Raum. Wenn der Redner ein Glas Wasser auf sein Rednerpult stellt, wird sich das Wasser nach einiger Zeit im Raum verteilen und das Glas ist leer. Alle Dinge, auch die Rede, werden eins im Raum. Zwischen dem Material, dem Ding, dem Körper, bedarf es einer Brücke; die es aber nicht gibt. Der Redner ist keine Brücke für die Sprache. Die Sprache folgt einer Regel. Diese Regel ist vorbestimmt. Ein geübter Zuhörer kann nachvollziehen, dass diese Rede so erfolgen musste und nicht anders. Eine Interpretation, eine Auslegung reicht nur dann an ein Gedicht heran, wenn man die Beziehung seiner Elemente begreift; nicht durch Zerstückelung oder Zerlegen auf seine oder die Ursprünge des Dichters oder der Aufführung. Ein völliges Verstummen einer Rede ist ihr Zerfall der vorher oder sehr viel später erfolgt. Es kommt schließlich auf die Bewegtheit der Rede und Sprache an.

 

 

Wenn Eins nicht ist, dann ist Nichts.

…alles auf alle Weise ist und nicht ist und

scheint sowohl als nicht scheint.

166a Platon Parmenides

 

Wenn also eine Rede (nehmen wir es einmal an) nicht ist; das heißt, es wird nichts ausgesagt, so ist NICHTS. Eine Rede die nicht ist. Ohne aber, diese eine Rede, sich etwas vorzustellen, was gemeint sein könnte, ist schwer. Es bedarf eines Nachdenkens. Ein Denken von dieser einen Rede evoziert, erwartet keine neue Rede. Es zerfällt in Schweigen. Mit Abstand zu dieser Rede, scheint der Inhalt Eins zu sein, zusammenfassend bezeichnet und ähnlich zu sein, mit dem Abstand des Redners zum Thema. Beim Näher - kommen des Denkens, zum Inhalt der Rede, wird die Rede zu Verschiedenem, verschiedenartig. Der Schein von Verschiedenem und bei weiterer Reflexion, der Rede immer unähnlicher. Wenn ein Mathematiker über eine Zahl spricht, ohne Erklärung woher und wie die Zahl entsteht, sei es zwei oder drei; wenn es aber nicht mal seine Grundursache, nämlich eins an sich hat, so fehlt der Aussage das Wesentliche. Die Zeit und die Geschichte muss aufgehoben werden. Die Zeit ist der wichtige Abstand, den wir der Rede zumessen müssen. Der Urzeitmensch, der das Tier an die Wände der Höhle malte, gewann den benötigten Abstand. Er zeigte, wie die Tiere draußen waren, ohne nach draußen zu müssen. Der heutige Film oder das Fernsehen schaffen noch größere Nähen oder Fernen. Die Dinge können uns näher erscheinen, aber auch ferner erscheinen. Das Bild eines hungernden Kindes in Afrika mag uns sehr fern sein, das Bild einer stillenden Mutter in Afrika kann uns sehr nah sein. Der Fluss verändert sich, wir verändern uns aber gleichzeitig auch. Es ist also nicht die Rede, die direkt bei uns ankommt, wie es auch nicht der gleiche Fluss ist der bei uns erscheint, während wir uns ebenfalls verändern. Die Dinge scheinen uns also nur zu scheinen. Das Eins-Nichtseiende ist, und ist nicht, wechselt und wechselt nicht. So scheint es. Welt entsteht nicht mit der Rede, sondern die Welt entsteht außerhalb der Verständigung. Welt entsteht nicht mit dem Tier draußen. Sie entsteht zwischen dem Abbild und der Außenwelt. Die Differenz ist das absolute Nichts. Es steht zwischen dem Sein und dem Nicht-Sein. Es ist die Welt des Werdens, ist der Schein des Seins, einem „könnte-sein“. Der Schein ist nicht das Sein zum Erscheinen, es ist die Differenz zu relativieren, er deutet auf das Sein. Nicht die Namensgebung in der Beschreibung. Erst war das Unbenannte und dann erhielt es seinen Namen, sondern in dieser Namensgebung sondert das Sein in Vereinzelung. Die Welt in der Rede ist nicht die Welt einer Schöpfung aus dem Nichts, sondern die Aufgliederung und Ordnung erfolgt durch erst Benennung. Ein Akt des Unterscheidens, einem Ordnen durch Vermischung

Das Licht, als Sein, vermischt sich mit lichtloser Nacht. Durch die Namen erfolgt die Mischung.

 

Göttin des Parmenides

Alles was ich sehe

kann ich nicht sprechen

Schweigen über dieses

was wir alles für wirklich halten

 

Haltet mich für Befangen –

Muss alles Nachfragen:

meiner Göttin die mich leitet

die ich von Parmenides

übernahm

Was Wichtigeres

In der Sprache ist der Grenzstein zu dem sich die Sprache bewegt oder der Weg den sie bis dahin zurücklegt?

Viele Wege lehrt Parmenides,

so, das Viele und das Werden

steht auf der Seite des Nichts

Dieses Nichts aber ist immer noch Etwas.

Dass, was wir aus dem Lehrgedicht erkennen, findet keinen Ort.

Wir sollten ihn zu denken versuchen.

Wenn wir aber weiterdenken, werden wir sehen, das Parmenides, zwischen seiendem und Sein eine Differenz zwischen beiden verschweigt. Die Differenz

Ist Nichts, ist das Schweigen.

 

Wohin soll der Weg führen, wenn nicht Vertikal? Von oben nach unten oder von unten nach oben? Kann es auf einer Kugel oder dem Nichts einen horizontalen, geraden Weg geben? Der Weg kommt aus dem Nichts und führt in das Nichts. Aus dem All-Gemeinen und führt ins All-Gemeine. Der Weg kommt aus der Nacht und führt in das Dunkel der Unterwelt. Singe dem Gram, der länger anhält als der Zorn. Im Schein bleibt die Erkenntnis des Nie - Erreichbaren. Ohne eine Hoffnung auf irgendein Licht steigt der Mensch zu sich selbst hinab. Die Sprache des Gastes auf Erden gerät zum Verstummen auf dem Pfad. Der Weg führt von Oben nach Unten. Je tiefer die Sprache geht, je mehr gerät sie zum Verstummen. Das Vergessen ist ein zu-sich-kommen. Der Sprechende als Schöpfer (Gott) würfelt. Der Sprechende erklärt den Wurf. Die Worte als ein Zufall. Der Zufall wird erneut zur Hand genommen. In die Hand, ein jeder Gedanke, bei dem der Atem gefriert. Er gräbt (Elisengarten) bis zum Punkt des Möglichen gedachten. Die Angst beim Weitergraben etwas zu entdecken, das sich nicht mit dem bereits erkannten vereinbaren lässt, dem Flüssigen, dem Gemischten Lässt die Grabenden mit ihrer Arbeit Stoppen. Ich und Du, sind versöhnt. Das Gold im Innern wird flüssig. Hiermit kann jeder Baum und jeder Stein vergoldet werden. Der Weg nach unten führt in die Vergangenheit, in die Erinnerung, ins Schweigen und Vergessen. Bevor das Gold flüssig wird, bleibt ein Rest der Worte implizit bestehen. In sich gehen heißt in die Tiefe gehen, heißt wieder auftauchen am oberen Punkt der Leiter, die wir umstoßen. Die Dichtung muss zwischen Schein und Schein unterscheiden. Was uns nah scheint, scheint uns vertraut. Gold hat Gegenwart, vergoldet ist Scheingold. Tief in der Kälte des Dunkels schreit das Gold nach Erlösung. Hält Erinnerungen wach. Es gibt keine Versöhnung, noch eine Zuversicht. Weder der grabende noch das Grabende werden das Leblose in das Reich der Kunst bringen. Der Weg durch das unheimliche Tor führt nur zu sich selber zurück. Der Weg in eine andere, gleiche Welt einer Matrix. Mag es vielleicht diesen Weg des Parmenides durch dieses Tor geben. „im Akt des Weglassens überlebt das Weggelassene als Vermiedenes wie in der atonalen Harmonik die Konsonanz.“ (Adorno). Abstieg-Rückstieg-Heimstieg. Was Wichtiges, ist in der Sprache, der Grenze zu der sich die Sprache bewegt oder der Weg, den sie bis dahin zurücklegte.

 

Es gehört schon sehr viel Mut dazu, immer wieder und immer wieder von neuem anzufangen und zu sprechen und zu sprechen.

Wenn ich etwas zumache, sagen wir ich schließe eine Kassette, so ist das nicht sinnlos, also nicht falsch, und auch nicht, dass ich es nicht verstehe, weil ich den Inhalt ja nicht mehr sehe. Vielmehr ist das widersprüchliche Verschließen etwas Sinnvolles und kein Widerspruch und trotz des Schließens widersprüchlich. Ich halte es gerade fest, obwohl ich es nicht mehr habe, vielmehr kann ich ja nicht mehr sicher sein ob es überhaupt noch da ist? Es ist also paradox und widersprüchlich. Man könnte sagen es ist sinnlos. Es kommt gerade darauf an, dass man versteht, was hier verschlossen ist, das macht den Sinn. Ich habe verstanden, dass hier etwas verschlossen ist. Wenn das Ding vor mir liegt sagen wir eine Goldmünze, könnte mir der Sinn verborgen bleiben, der Wert scheint mir zumindest höher zu sein, wenn man ihn in eine Kassette einsperrt. Wenn Aristoteles die Demokratie für etwas moralisch Gutes hält, so müsste ihm dies als ein logischer Widerspruch erscheinen, zumindest seinem Sklaven. Trotzdem sehe ich seine Sätze nicht (jedenfalls nach meiner These als sinnlos). Während nach Austin und Wittgenstein und einigen anderen Sprachphilosophen aus diesem Widerspruch Unsinn hergeleitet wird. Wenn ich sage diese Münze ist aus Gold, so gehe ich auch davon aus, dass diese Münze aus Gold ist. Ich bin Aufrichtig, man kann auf Redlichkeit und Intention schließen. Das ist in der HEUTIGEN Welt gänzlich unerheblich! Und richtig kommt es heute darauf an, wie es der beurteilt, dem ich die Münze zeige. Sie kann aus purem Gold sein oder aus Scheingold (Katzengold). Wem ich diese Münze zeige der muss über das was ihm zugänglich ist (das Nicht Gesagte) urteilen, wie er die Worte beurteilt. Also wieder eine paradoxe Situation. Bei den Hütchenspielern kommt es nicht darauf an, was sie sagen. Auch bei den lautersten Menschen der Welt nicht. Die Intention nach der wahren Goldmünze kondensiert. Die Frage scheint doch diese zu sein; Wie wird verhindert, das wir verstehen, was vor sich geht? Das die Verhinderung des Verstehens nur noch alleine verstanden werden kann (dieses Schließen der Kassette). Aber die Frage wird dann sein, wie? Wie wird das Verstehen verstanden? Ob das Gold oder Scheingold ist, ist soviel wie die Sprache. Es ist nur eine Verbindung des Nichtzuverbindenden. Ein Teil des gesamten Spiels. Sprechen, ist nur ein Trommelschlagen, dazu noch, das Küssen der Marketenderin. Das müsste die Wissenschaft längst begriffen haben, die doch selber immer wieder, die alten Rhythmen trommelt und küsst nach allen Seiten. Aristoteles sagt zum Satz des Widerspruchs: "Niemand kann zugleich in derselben Hinsicht zur gleichen Zeit von derselben Sache in derselben Hinsicht sinnvoll behaupten, sie sei und sie sei nicht." "Sein" meint hier nicht Existenz, sondern das Aussagen von "Eigenschaften". Z.B.: "Mein handy ist schwarz". Da kann man, so Aristoteles, nicht sinnvoll zugleich (....) behaupten, es ist "nicht-schwarz". Wer das trotzdem tut, hebt die Möglichkeit der Kommunikation mit anderen auf; auch mit sich selbst, d.h. er hebt das Denken auf, denn das Denken, so Aristoteles, ist eine Kommunikation (ein Dialog) der Seele mit sich selbst. So ist die gängige philosophische Ansicht. Wenn ich selber weiß, mein Handy ist schwarz, dann kann ich weiter Murmeln spielen. Soweit Philosophie. Wenn ich aber zumindest denke, es könnte auch anders sein, denke ich. (Ich denke das ich denke, dann denke ich auch nur ich denke.) Die Möglichkeit der Kommunikation beginnt: Das Handy ist schwarz, vielleicht Anthrazit oder Klavierlack? Ich weiß, dass mein Handy schwarz ist. Ich soll und kann nicht denken es ist nicht schwarz. Mehrere Freunde zeigen mir ihre Handys. Alle scheinen schwarz. Welches Handy ist nun schwarz. Kann ich noch glauben mein Handy ist schwarz? Mein Handy ist schwarz, aber ich glaube es nicht. Nun die Richtung in die ich das denke: Du weißt dein Handy ist schwarz, aber weil du es heute/demnächst nicht mehr denken kannst, fragst du bei Google! Frage >Handy schwarz< 6.810.000 Treffer. Bei der Frage: >Mein Handy ist schwarz< immerhin noch 4.460.000 Treffer. Im Übrigen glaube ich dass es heute eher Usus ist, dass Menschen etwas behaupten und auch gleich das Gegenteil behaupten. War der Täter zu dem besagten Zeitpunkt am Tatort? Ich weiß das in meiner Hand eine Münze ist (glaube ich es?) und muss es auch glauben, kann nur sagen ich glaube es. In der Kommunikation kann ich aber nicht sagen ich habe eine Münze in der Hand, noch ich habe keine Münze in der Hand aber ich habe eine Münze in der Hand aber ich glaube es nicht. Denn hätte ich eine Münze in der Hand oder keine, ich brauche es weder zu sagen, noch zu fragen. Ich kann also die Frage nur so stellen, >was denkst du? < Wir haben heute eine total versaute Kommunikation. Und deshalb sollten wir uns über die Sprache auch gar nicht wundern. Eine "Sprachphilosophie" ist ganz einfach: Sprache dient dem Zweck, etwas mitzuteilen; darauf sollten sich beide Kommunikationspartner einlassen. Aber was kann man mitteilen? Manchmal muss man nachfragen und präzisieren. Macht man das nicht, denkt man sich etwas. Dabei spielt es überhaupt keine Rolle, was ein handy "wirklich" ist und ob es schwarz oder weiß "wirklich" gibt. Danach zu fragen, ist in meinen Augen längst überholte Metaphysik und Ontologie. Bloß nicht nach dem "Wesen der Dinge" fragen - das führt nämlich zur Vers-Wesung! Meine Gedichte sind eigentlich klar und deutlich, und dafür, was einer sich dabei denkt, kann ich nichts. Bereits 2006 habe ich (jetzt spricht man: gibt es ein sprechen hinter der Sprache?) geschrieben:

 

Analog sind Himmel und Erde

Und wer spricht, stirbt, tritt in den Schatten.

 

Heißt es doch hier, wer immer beginnt zu sprechen, kann sich nicht mehr auf Logik, Metaphysik, Ontologie berufen. Beim/während dem Sprechen beginnen wir NEU, wie bei Heraklit treten wir in den Fluss. Das Sprechen dient der Mitteilung, das ist richtig, aber wir müssen immer nachfragen um die Kommunikation zu beginnen und aufrecht zu erhalten.

 

Brecht schreibt, das arglose Wort ist töricht, was heißt hier arglos frage ich? Das ohne Argwohn ohne böse Absicht geäußerte Wort. Was aber ist mit dem künstlichen, bös arglistigen Wort. Bei dem der Redner kantisch lügt, indem er sagt „sie dürfen mich beim Wort nehmen“. Die Antwort ist „Schweigen“. Man hat palavert notiert Göbbels häufig in seine Tagebücher. Man palavert also, man spricht die Dinge weder an noch aus. Man bleibt ästhetisch. So ästhetisch bleiben auch die Folterknechte und Tötungskommandos. Sie ließen aufspielen, inszenierten, zeremonisierten, mit Fackeln und Feuerstellen, Licht und Hundegebell. Es ist kaum darüber zu sprechen, es ist vieles verschwiegen. Sprechen ist so sinnlos wie das Leben, mehr noch als das Sterben. Wir kommen nirgendwoher, gehen nirgendwohin und sind ausnahmslos Niemand. Warum, wieso und wozu das sind die Fragen, vergeblich. Um die sich das Ich und das Leben rankt. Fontane: Halte dich still, halte dich stumm. Nur nicht fragen, warum, warum? Du musst, so sagt auch das hermetisch im Bernstein eingeschlossene Insekt.

 

Das Schweigen ist nicht die Sprache des Schweigens.

Das Schweigen ist in der Rede, ist nicht das Phänomen als Möglichkeit sich besonderer Erfahrung zu öffnen in dem es spricht. Die These, dass Schweigen Erfahrungen mit sich bringt, das es hier etwas zu wissen gibt, das was man meint, wenn man von Schweigen redet. Von Schweigen reden, das soll es geben, ebenso wie das Schweigen reden soll. Meine Theorie aber besagt, das wenn geredet wird nicht die Rede spricht, vielmehr das Schweigen redet. Hier bekommt der Wortlaut, die Sprache des Schweigens ist nicht das Schweigen der Sprache eine völlig neue Bedeutung. Die Rede spricht durch das Schweigen. Nicht die Auffassung Clemens von Brentanos: >ein beredetes tiefes Schweigen<, das das Schweigen Sprache hat. Hier bekommt der Satz eine neue, andere, widersprüchlichere Bedeutung. Es ist nämlich beides möglich. Das Schweigen hat Sprache und Die Sprache hat Schweigen. Keine Metapher, keine Mytologie. Sprache vollzieht sich nicht als artikulierte Rede, vielmehr zeigt sich im artikulierten was man meint. Was der Sprecher und was der Zuhörer meint, beides. Sprache enthüllt, teilt mit, verkündet. Aber was? Nicht das Offene. Sie enthüllt das Schweigen. Sie teilt nicht mit, was sie mitteilt, sie teilt mit, was sie nicht ganz aussprechen kann, noch das was sie denken kann, denn wenn sie denkt, denkt sie ebenfalls nur sie denkt. Man weiß es, warum soll man darüber sprechen. Warum soll man überhaupt sprechen? Man schweigt, aber man schweigt laut vor sich hin, man will sich mit teilen, darum spricht man, dass der andere etwas davon mitbekommt, das er seine eigene Meinung sich bilden kann. Man verkündet etwas und wenn man Glück hat entsteht ein Ereignis. Es gibt nur seltene Augenblicke, in denen man wirklich einer Meinung sein kann. Dieses Nebeneinander. Es kann auch ohne Worte geschehen. Der Moment in Goethes Werther, wo einer nur sagt „Klopstock“ und beide haben sofort begriffen. Das Schweigen in dem Wort Klopstock ist so groß, das es ganze Bücherregale füllen könnte. Was bliebe hier weiter zu sagen? Gewiss könnte man noch viele Worte finden, aber man würde das Verstehen nur noch zerstören. Das Schweigen ist das Wesentlichere über die beredete Sache als ein Reden über die Sache. Es ist hier nicht die Sprache des Schweigens, vielmehr das Schweigen in der Sprache, im Wort. Man fasst hier gerade dieses Schweigen in Worte. Nicht das man wie auch geschieht, sagt im Schweigen sind die Worte. Das hieße sich in das anwesende Geheimnis versammeln, aber es muss hier bedeuten sich im anwesenden Wort im Geheimnis wiederfinden. Wir verstummen hierbei nicht, vielmehr beginnen wir den Dialog. Die Freiheit zu denken ist wichtiger als die Wahrheit. Ich habe als Sprecher recht, aber die anderen können auch recht haben. Der Widerspruch, den Aristoteles in Platon sieht ist das Wahrscheinliche und nicht die Wahrheit. Die Kraft eines Textes liegt alleine in seiner Interpretation. Der Zuhörer als Interpret kann nicht anders als interpretieren. Platonisch ist hier, der Interpret und der Autor vertauschen ihre Rollen. Der Interpret wird selber zum Autor. Als Zuhörer wird er selber zum Sprecher. Es zählen hier Die Vernunft und der Glaube nicht, es ist und bleibt die Dichtung. Wenn jemand schweigt, so sagt man auch das er damit etwas ausdrückt, etwas sagt. Will man aber das was er nicht sagt, in Worte fassen, so könnte man gerade das nicht ausdrücken, was er mit seinem Schweigen uns sagen will. Das liegt wohl daran, dass das Gesagte immer aus dem Schweigen spricht. Zum Wesen diese Schweigens aber gehört, das man zwar darüber sprechen kann und muss, das die Fülle des Schweigens und die Differenz zwischen dem Schweigen des Redners und des Zuhörers es unmöglich machen alles auszudrücken und zusammenzukommen. Reden findet über das Nichtgesagte Nichtsagen statt. Daher passiert es auch, wenn wir zuviel reden und uns zu sehr vom Schweigen entfernen, wir verstummen. Dieses Schweigen hat also nichts mit Stille zu tun. Nicht mit dem einsamen Rufer in der Wüste. Vielmehr mit dem sich zu Wort melden. Was wir wissen müssen steht in den Büchern. Diese werden in der Schule durch den Lehrer vermittelt. Wenn aber ein Schüler aufmüpfiger Weise nachfragt. Wie ist das denn, wie stehen sie dazu Frau Lehrerin, wird dieses Schweigen aufgebrochen. Vielleicht mahnt sie dann zur Stille mit dem Argument, das tut hier nichts zum Unterricht. Es ist auch nicht so, dass das Schweigen in unserer Welt so selten geworden ist. Dieses klösterliche Schweigen. Vielmehr ist im ständigen Lärm und Hochbetrieb der Sprachen eine Leere die erst verarbeitet werden muss. Die Zeit des Sortierens ist eine Zeit von Schweigen. Wenn man so will sortieren die Medien ständig und als Zucker geben sie die News hinzu. Weiter weiß man nichts. Das wäre alles, Schweigen. Hierbei sagt Kierkegaard >das Erste, das man tun muss, ist dies: schaffe Schweigen<. Hier denkt er wohl eher dass man zuhören soll. Wir können zwar zuhören, wenn jemand schweigt, aber das wäre ein Monolog. Zuhören was einer verschweigt, was einer schweigt, kann man nur im Dialog. Man muss reden, darauf kommt es an. Wittgensteins Schweigeprozession ist tot. Man kann das Schweigen wie man bisher sagte hören, mit den Ohren, mit den Augen, mit Nase und Mund, mit dem Herzen. Zum Schweigen aber kommen wir nur durch Reflexion im Nachdenken. Wenn Nikolaus von Cues nun berichtet, das ihm im Schweigen der Betrachtung Gott in seinem Herzen antwortet, so mag dies allein für Nicolaus von Cues zutreffen. Das muss jeder selbst wissen ob er dies als Selbstgespräch oder Dialog betrachtet. Wir als Menschen entfernen uns zwar immer mehr vom Wort; in dem wir nachdenken finden wir im Wort das was uns ausmacht für uns. Wir kommen also durch alle Informationen näher zu uns. Dieses Reden und Sprechen ruft uns zu uns zurück, wir öffnen uns zu eigener Beachtung. Freudessatz: Das Wort stirbt, ehe es ausgesprochen ist. Das Schwaigen der Lämmer, dasselbe Schreien im Anblick des Todes, das von Menschen gemachte Schreien das seit der Geburt, dieses immerzu erneut >sprechenmüssen<. Warum, dann diese Stille. Dieses Schweigen. Dieser förmliche Widerspruch, das was uns am wahrscheinlichsten scheint, ist nicht die Wahrheit. Besser scheint es frei zu sein als die Wahrheit zu besitzen. Einige glauben die Wahrheit ist im Wort, aber die Wahrheit enthält das Wort. Die Kraft eines Textes verliert sich innerhalb der Interpretation. Der Interpret wird zum Autor, er vertauscht die Position.

 

Das Sprachspiel ist keine Treppe

Das Gedicht darf sich seine Dunkelheit bewahren, nein muss sich vom Schatten des Menschen lösen und als ein sprachloses Schweigen ins Licht treten aus allen Finsternissen. Buchstäblich trennt es sich von dem zuvor zitierten wortwörtlichen Gerede. Gegen das mittelbare Verstehen für dieses Unmittelbare verbinden des Grundes vom Mensch zum Menschlichen. Das Schweigen ist unerkennbar, unaussprechbar und also nicht wahr. Darüber sollte man nicht Nachdenken, noch ihm Nachspüren. Allerdings muss man wissen, das es immer bei jeder Rede und jedem Sprechen, jedem Wort, bereits darin enthalten ist. Wenn aber das zweideutige, funktionierend zwischen dem Diskurs und dem Ereignis, also diese Differenz, der Abstand zum Nichts des Schweigens verschwinden, bleibt etwas als von einem Datum her gedachtes, was die wahre Wirklichkeit ist, unartikuliert!. Das die Dunkelheit des schweigenden Nichts, die Einzige wahre Wirklichkeit ist. Heraklit: „Zu hören verstehen sie nicht noch zu sprechen“. Die Sprache aber ist das Recht des Menschen das er geltend zu machen hat. Alleine die Kraft des Sprechens, so ist meine These zu verstehen, fließt aus der Anerkennung der Notwendigkeit der Phänomene, zu denen die Sprache Distanz bezieht.

Das Sprachspiel erklärt, an verstehbaren Beispielen (wie sie Wittgenstein anführt) sich als ein Spiel, so wie auch Kleinkinder ihre Muttersprache lernen. Dies ist nur in diesem Sinne für Dichtung anzuwenden, als diese einen wesentlich höheren Anspruch an den Sprachschatz des Autors sowie des Rezipienten, stellt. Das Sprachspiel in der Dichtung, muss nur in sofern einen verständlichen, kommunikativen Zweck erfüllen, als der Leser, den Gebrauch der Worte, unter verschiedenen Verwendungsregeln der Ausdrücke, für sich beansprucht. Dies in einem besonders persönlichen Sinn. Das gute Gedicht kann somit, aufgrund verschiedener Lesarten und Betonungen, einen völlig anderen Sinn erhalten. Insofern könnte es schon der Kindersprache ähneln, indem das Kind Mama sagt, (warum eigentlich nicht Papa?) wenn die Mutter da ist, und ein anderes Mal Mama sagt, wenn die Mutter kommen soll. In der Verwendung der Sprache ist es leicht zu erkennen, das wir,im Grunde gonommen doch alle das Gleiche meinen. Dies aber wird immer weniger deutlich, indem wir uns in immer mehr Worten verlieren. Das heißt ein Buch darüber schreiben. Oder eine Vorlesung halten. Ein Sinn wird doch erst deutlicher, und klarer, wenn er zu einem lexikalischen Begriff zusammengefasst wird. Es ist die gleiche Position bei allen Reden, sei es diese Frage nach dem Sein oder Nichtsein oder eine ja und nein Fragestellung oder, ob eine Aussage wahr oder falsch ist. Die erste zu klärende Frage bei einem Text ist diese, ob dieser aus Verstand und Vernunft besteht, oder beidem? Das Wichtige in der Bedeutung eines Satzes, scheint mir doch zu sein, das ein Satz in der richtigen Situation ausgesprochen wird. Das heißt zu einem gesprochenen (geschriebenen) Satz gehört auch der richtige Zuhörer, sowie der richtige Ort und der richtige Zeitpunkt. Dies gilt im Besonderen für ein Gedicht. In sofern sind jedoch Gedichte oder Bücher oder Theaterstücke anders, als der Rezipient sich in die Lage des Textes herein versetzt ohne das sie ihn selbst jedoch berührt. Dieses Berührtsein scheint mir hier wichtig, denn es macht im Kontext einen Unterschied, wenn ich sage: in China fällt ein Sack Reis um, oder wenn ich den Satz so verwende, zu sagen, gleich fällt hier ein Sack Reis um.Wenn also ein sprachlicher Ausdruck etwas ist, das verschiedene Bedeutungen haben kann, so kann es für diese Sprache auch keine Spielregeln geben. Es macht auch keinen Sinn für die Sprache, den Satz oder die Regel, wenn ich den dahinterstehenden Gedanken nicht verstehe. Es kommt nicht darauf an ob ein Satz gut oder schlecht ist, oder ob er richtig oder falsch ist.vielmehr ist es für die Verwendung des Satzes wichtig, wie er verwendet wurde. Hier um die beabsichtigte Wirkung zu erzielen. Die Regel scheint also hier zu sein, ob ein Satz das erreichte Ziel hat. Also, ob der Satz einen Punkt gemacht hat.

 

Der Dichter ist immer in seiner gesellschaftlichen Verantwortung gefesselt und somit politisch. Dieses ist immer seinen Gedichten mitgegeben. Was ein Gedicht heute sagen kann und sagen darf, ist frei und bleibt unversperrt. Die Gedichte reden und verschweigen. Öffnen sich dem Ungesagten. Das heißt, der Text eskapiert, macht eine Eskapade (als Musik hieße es eine Fuge machen) im allgemeinen Sprachgebrauch macht er eine Biege. Er tritt als selbstständiges Subjekt zur Seite und eröffnet weiteren Raum. In welcher Weise dies geschieht, kann weder eine Interpretation zu Celan noch zu Adorno verhindern. Das Gedicht redet, als wolle es das Gesagte nicht sagen. Als sei alles, worüber gesprochen wurde, nur schön, wohlgefällig, ästhetisch, eben Kunst. Worüber wir noch reden können? Natürlich über alles. Das gehört zum eigentlichen Sprachspiel. Wir gehen meist bei unseren Interpretationen vom Autor aus. Aber dieser kann soviel Text produzieren, wie er will. Dass gleiche gilt für Interpretationen. Die Bedeutung eines Textes offenbart sich immer erst beim Rezipienten. Es gibt keine zwei Welten, von denen wir nur reden könnten. Es ist immer diese zweite uns einzig zugängliche, subjektive Welt. Wobei wir selbst nicht mehr zwischen Subjekt und Objekt zu unterscheiden vermögen. Wir reden, ohne zu denken. Denn, wenn wir nur anfangen zu denken, machen wir in unserer Sprache Fehler. Es gibt keine Welt oben und unten. Die Welt ist immer da. Wir können sie nur manchmal nicht sehen vor Nebelschleier, Sprachgittern, oder weil wir die Augen verschließen. Wenn Novalis im Lied des Bergmanns schreibt: „Der ist der Herr der Erde, wer ihre Tiefen misst […]“ so liegt dies ständig in seiner Landschaft. Und es gibt nur diese eine Landschaft im Wolkennebel. Diese eine Landschaft ist über dem Wasser und unter dem Wasser. Also mit Luft oder mit Wasser bedeckt. Das Licht dringt nicht in tiefste Tiefen des Meeres und es gibt Stellen der Landschaft, an denen die Sonne niemals untergeht. Das Dunkle jedoch erreicht beizeiten jeden Ort der Welt. Nur das Dunkle ist der Hinweis auf die ständige Anwesenheit der Landschaft. Die Landschaft ist niemals tot, auch wenn sie für unser Auge sichtbar nicht da ist. Alles, was wir bei Licht besehen über diese Welt berichten können, ist mit soviel falschem und grausamen beladen, dass hierüber ein Schweigen in Gedichten der völlig falsche Weg nach Fukushima wäre. Auch der Hinweis Wittgensteins: „Worüber man nicht sprechen kann“, zu schweigen ist der verkehrte Weg. Das heißt, gleich, wohin man ihn kehrt, er wäre nicht verschwunden. Wir sprechen immer in eines Anderen Sprache; das Fremde. Wir sind nicht wir, noch unsere Sprache. Wir sprechen, zu einem Anderen, von einem Anderen, der nicht wir sind, noch das wir jemals denken könnten, das wir von unserem Denken sprechen könnten. Wir sitzen vor unseren Maschinen, bearbeiten unsere Träume, die wir alle als Literatur, Tragödien und Romane erkennen. Mit unserem Denken fügen wir dieser zweiten (realen) Welt eigene Programme und Änderungen zu. Je höher man auf den Gipfeln der Landschaft steht (über allen Gipfeln ist ruh) ist Stille. Und je tiefer man in die Täler der Meerestiefen dringt, ist ewige Stille. Selbst Vögel und Fische schweigen in den Höhen und Tiefen. Die Stille ist der Ort, an dem alles spricht. Der Tod (und der Übergang zu diesem Ort) diese Utopie, ist die Vereinigung unendlicher Fälle von Welt. Es ist so, das die Worte mit weißem Stift auf weißem Papier geschrieben sind; Schweigen. Ich rede von einer Muschel, die in der tiefsten Tiefe des Meeres ein Wort enthält, aber welche Muschel? Niemand weiß, welche Muschel und welches Wort. Und nicht einmal, ob Diese oder Jene überhaupt ein Wort enthält. Das Wort, welches sich uns zeigt, ist uns fremd. Und doch ist uns das Fremde nah. Näher, denn das Fremde spricht hier zum Fremden. Es redet dir zu. Wie im Gedicht. Aber du bist nicht fähig, ihm zu sagen, was es dir sagen sollte. Reden, ja, schweigen. Schweigen, ja, reden. Was wir in den tiefsten Tiefen der Meere unter den Muscheln finden an Worten, bleibt unserer alltäglichen Sprache verborgen. Die schweigenden Worte können ans Licht, als Gedichte an die Meeresoberfläche, heraufgeholt werden. Sie erscheinen im Licht als gegenwärtige Poetisierungen deviant, offen zum Schweigen. Verweigern das Gedicht, als ein erneutes Sprechen. Sprache mit ihrem Schweigen, verweigert jedes Wort. Wenn wir zurückgehen zum Allerheiligsten, allertiefsten Grund, von ewigem Dunkel und ewiger Stille. Dort finden wir das unaussprechliche Widerwort. Meingedicht, Genicht. Erst, wenn diese Worte auftauchen zur Nacht, sprechen sie ihren Text zu den Tränen, wenn sie auch feststellen müssen, beim wiederkehrenden Auftauchen, dass sich die Nacht wieder etwas mehr verdunkelt hat. Wenn aber das Wort gestorben ist (an den Strand gespült) setzt man ihm einen Stein zum Gedenken mit der Aufschrift: Hier ruht das Wort. Damit spricht es für alle Zeiten.

Meine Idee versucht eine Brücke der Übersetztung vom „letzten Menschen“, zum „Philosophenkönigübermenschen“. Das Erkennen des Schwaigen erlöst uns von dem Glauben an das Wort. Das Wort, das uns veranlasst zu einem Gedankensprung hinüberzugehen, aber, woher, wohin? Sprache bleibt dem Sprecher fremd. Das Sprechen ist die Erfahrung von etwas, das dem Ich radikal fremd bleibt.

Die wissenschaftliche Sprache scheint mir eine Art Obskurterrorismus nach Derrida zu sein. Sie ist unverständlich und wer si nicht versteht, ist ein Idiot. Das ist Obskurantismus. Dieses Idiot ist Terrorismus.

So scheint es doch, das auch der größte Unsinn, Quatsch einer Rede oder Schrift die verworren daherkommt, doch am meisten durchdacht sein kann.

Der gesunde Menschenverstand ist objektiv. Er ist selbstbewusst. Das Bewusstsein jedoch ist zerrissen, offen und subjektiv für das absolut, offen für die Metaphysik. Sprache und Sprechen sind ein wollen, ein Sprechenwollen, dieser Ausdruck. Jedes Sprechen vermag das Gedachte zu nennen durch den Willen. Solange wir denken, sprechen wir nicht, und wenn wir sprechen, denken wir nicht. Man kann das Sprechen auf das Genaueste historisch interpretieren, ohne zu erkennen, was wohl der Gedanke hinter der Sprache war.

Der Gedanke des Denkers, den dieser zur Sprache bringen will, wird vom anwesenden Sein her gedacht. Der Gedanke, der sich selbst zur Sprache bringen will. Dieser Bezug, den der Denker noch zum Anwesen des Gedankens fühlt, ist die Abwesenheit seines Willens, der sich nunmehr selbst will. Die Sprache ist nicht von einem Sein her geschaffen. Vielmehr von einem Dunkelnichts, spricht sie unhörbar ohne eine Stimme.

Die Sprache ist der unaufhörlich fließende Fluss in den man nie zweimal steigt. Das unbewegte Ich fordert mit Widererinnern und apriori die Wahrheit. Sprache ist fließend. Wir haben dahingehend erkannt, dass wir denkend schauen (Theorein), dass Dinge, die wir sehen, eigentlich erst in unserem Kopf gebildet werden. Wir müssen nun umdenken, das nicht wie wir bisher zu beweisen versuchten, die Dinge in unserem Kopf in die Sprache abbilden, sondern, das wir die Schrift und die Sprache ebenfalls durch hören, über das Sehen denkend erfasst werden. Es ist doch wissenschaftlich nicht nachzuvollziehen, das ein Wissenschaftler denkt, seine Sprache wäre präziser als die Aussage eines welken Blattes.

Dichterlüge? Lügt der Dichter? Kann ein Dichten lügen? Diese Frage nach der Moral wird seit jeher Dichtern vorgeworfen. In der Presse: Es gibt nichts mehr zu berichten, was Schlagzeile machen könnte, bisher aus einem machen könnte. Schon gar nicht die Wahrheit ist für den Leser interessant. Es müssen Lügen sein, erfundene Schlagzeilen. Nur über das was nicht sein kann, was nicht sein darf wird Interesse geweckt. Jeder Mensch ist Dichter und dichtet sich seine Welt zu Recht. Am Morgen liest er seine Zeitung. Die darin enthaltene Story hörte er bereits im Radio. Am Vorabend berichtete man darüber im Fernsehen. Wer nun denkt er wäre Erstleser dieses Zeitungstextes, ich meine, wer denkt er ginge völlig ohne Vorwissen an diesen Text, ohne dieses Vorwissen, würde man seinen Verstand ausschalten, der irrt. Was aus der Zeitung spricht ist nur subjektiv. Oder genauer, es ist objektiv, wird aber nur subjektiv wahrgenommen. Es ist sehr einfach. Begegnet uns ein Chinese, und spricht uns in seiner Landessprache zu, so verstehen wir seine Sprache nicht, aber immerhin werden wir etwas verstehen. Im einfachsten Fall verstehen wir Nichts, wir verstehen, dass wir nichts verstanden haben, also haben wir etwas verstanden. Nämlich das, wenn einer zu uns in einer uns unverständlichen Sprache spricht wir nichts verstehen. Hätte er allerdings geschwiegen, so hätte er in jedem Fall zu uns gesprochen, das hieße, wir hätten verstanden, das ist ein Chinese, dessen Sprache verstehen wir nicht. Was ist das Schweigen? Das Schweigen ist kein Verschweigen, weder Absichtliches noch ein Unabsichtliches. Man schweigt von etwas, das man nicht weiß dass man etwas verschweigt. Man sagt, aber man sagt etwas nicht. Man sagt nichts, was man denkt und verschweigt. Oder da ist nichts, man weiß nichts. Kann also auch nichts sagen, denn über nichts kann man auch nichts sagen. Da ist aber etwas, man versucht darüber zu reden.  Man beginnt darüber zu reden. Alexander von Humboldt begegnet dem Urwald, er ist beeindruckt von seiner Größe und der Artenvielfalt. Er erkennt, dass er alles wohl niemals erfassen wird. Er beginnt mit dem ersten Blatt das er zeichnet dass er sorgfältig zwischen zwei Seiten presst. Mit diesem Darstellen des ersten Blattes, verschweigt er gleichzeitig die unendliche Artenvielfalt. Über bestimmte Themen will man nicht reden, darum palavert man über belanglose Dinge. Es geht aber nun darum, das man grundsätzlich verschweigt und zwar Dinge die man nicht ausdenkt, die man nicht aus formuliert die man nicht ausformulieren kann. Mit jedem Aussprechen, der Historiker und der Archäologe können nicht erkennen, das sie mit der Sprache nicht die Vergangenheit erklären sondern die Vergangenheit verschweigen. Alle Dichter und Denker beschäftigte dieses Thema auf der einen oder anderen Weise. Auch wenn ihnen nicht einmal die Frage bewusst war, was mehr spricht, die Rede oder das Schweigen. Welche Rede und welches Schweigen hätte ihre Frage heißen müssen. Des gleicht der Frage nach Ebbe und Flut. Man kommt zu dem Ergebnis, das die Flut immer wieder zurückkommt. Es ist aber das Wasser, das bei Ebbe zurück geht. Fußnote, wir zitieren einen Satz zum Thema Fußnote: Die Würde des Menschen ist unantastbar. Dann geben wir die Fußnote an: aus § 1 Grundgesetz. Ein sehr guter, richtiger Satz. Wahrer, schöner, bedeutender Satz. Sicher dies alles. Aber spricht der Satz auch aus sich? Der gleiche Satz bei einer Beerdigungsfeier, in einem Glückskeks, der Satz auf einer Plakatwand oder einer Todesanzeige. Er besitzt Referenz und Objekt. Ist also ein richtiger Satz. Wer spricht an, wer ist angesprochen? Das Volk ist angesprochen, weiß das es angesprochen ist. Woher? Aus dem Schweigen, aus dem Nichtgesagten. Aus dem Wissen.  Es spricht die Bundesregierung, sie spricht an. Sie zitiert das Grundgesetz. Sie verweist auf das Grundgesetz. Ohne nachzudenken erkenne ich den Sinn aus meinem Unterbewusstsein. Ich weiß, dass ich angesprochen bin. Kann ich mir die Situation der Anwendung dieses Satzes vorstellen, so habe ich mich von diesem Satz bereits entfernt. Der Satz ist nicht meine Vorstellung. Wie bei den Speisen, muss ich die einzelnen Komponente nachvollziehen, schmecken. Gibt es einen Grund für die Regierung mir diesen Satz nun vorzustellen? Zwischen meinen Vorstellungen und denen der Regierung diesen Satz vorzustellen, sind Welten, die erst erarbeitet werden müssen. Welten die der Fall sind und entfernt von diesem Satz liegen. Die auch nicht aus diesem Satz hervorgehen. Die außerhalb der Bedeutung dieses Satzes liegen. Was bedeutet hier: Grundgesetz als Fußnote? Im öffentlichen Verkehrsmittel greift ein in jeder Hinsicht minderbemittelter Mann eine andere Person an. Wir fahren dazwischen: bitte lassen sie diesen Mann in Ruhe. Wir tun unsere Pflicht. Wir sind stolz, wir haben sehr recht, das Gesetz ist hinter uns. Wir verheimlichen uns selbst gegenüber, das wir keinen Gedanken verschwenden, aus welchen sozialen Problemen und Brennstoffen der Angreifer einer solchen Handlung fähig war. Wenn wir etwas schönes sehen, verheimlichen wir das hässliche, wenn wir etwas böses sehen, verheimlichen wir das Gute. Mit jedem Wort, mit jedem Satz, verheimlichen wir. Mit der Fußnote unterstellen wir. Wir unterstellen, mit dem Aufstellen der Fußnote, das der Leser nicht weiß, das der Satz aus dem Grundgesetz ist.

Jeder Sprecher spricht, als wäre seine Aussage wahr, auch wenn er sicher ist, das er lügt. Der Hörer geht ebenfalls davon aus, dass jeder Redner immer die Wahrheit sagt. Unwillkürlich wird er aber an seiner Aussage zweifeln, wenn er sich mit seiner Meinung dem Redner überlegen fühlt. Er wird die Aussage für wahr ansehen, wenn er die Kompetenz des Sprechers anerkennt, auch dann, wenn er durch Massenanhänger ein Gefühl bekommt, er braucht die Aussage nicht mehr zu hinterfragen. Wir sind uns nun alle dessen bewusst, und wenn ich hier versuche eine Theorie aufzubauen, so wird man behaupten, das wäre allgemeines Wissen und nicht Neu. Meine Theorie beschäftigt sich aber nicht mit dem Sprechen. Sie ist eine Sprachtheorie, die sich mit dem Wortlaut der gesprochenen oder geschriebenen Sätze beschäftigt, und zwar besagt sie zunächst, dass die Gesprochene und Geschriebene Sprache „an Sich“ nichts aussagt, das sie ohne Bedeutung ist. Der Redner gibt ihr nun, wie vorher angeführt, ihre Bedeutung und der Hörer wird sie falsifizieren, auch mit seiner Hilfe von Hören, Sehen, Riechen und Verstand. Ohne diese Sinne zu benutzen, machen Sätze „für sich“ keinen Sinn. Sie produzieren lediglich Fragezeichen. Ich spreche hier nicht davon, dass die Sprache des Schweigens nicht das Schweigen der Sprache ist, auch, wenn ich im gesamten Text, viele Beispiele anführe, um mein Thema zu erläutern. Sie verstehen, das Thema ist Still! Es Schweigt und wird erläutert! Es ist also nicht das beredsame, tiefe Schweigen, das ich hier ansprechen möchte. Es ist dass Rede, Sprechen, von einem Schweigen getragen sind. Das Sprechen ist kein Sprechen. Wir nennen es so, wegen seiner Laute. Wir schweigen uns zu und wenn wir wissen, brauchen wir uns nur zu zu nicken. Wir sagen:“ du weißt“ und der Andere nickt. Man braucht hier keine Erklärung. Man kann nun behaupten. Man versteht es nicht und hält es für Quatsch. Oder man sagt, das kennt man ja, das weiß man ja und deshalb ist es Quatsch. Beides ist hierzu genau richtig. Wir reden immer Quatsch und wir schreiben immer Quatsch. Von Platon bis Wittgenstein sagten die Wissenschaftler, dass man hierüber nicht reden und schon gar nicht schreiben kann. Sie hatten aber immer das besondere Problem, das sie keinen Quatsch schreiben wollten. Diese Zeiten haben sich endgültig geändert. Paradigmenwechsel. Wir sind nun in einer Welt angekommen in der wir fast ausschließlich von und mit Quatsch leben (Werbung, Reklame, Schlagzeilen, Politik Statements). Über Jahrhunderte legte die Religion uns dieses Schweigen als das Denken Gottes aus. Nun sind wir in der Lage, zu denken und sind von dem uns überflutenden Quatsch bezaubert. Wir lesen sicher mit größerem Vergnügen Werke namhafter Personen die inhaltlich völlig Quatsch sind, mögen sie auch teilweise reale Begebenheiten gewesen sein, (Quatsch kann auch, wie Kitsch etwas sehr schönes sein) als hier, diesen Text, der sicher nicht beansprucht wissenschaftlich zu sein, im Sinne von akademischer Theorie. Das Sprechen des Schweigens ist das Geheimnis! Die Versammlung der Geheimen im Schweigen. Wir verstummen aber nicht vor dem Geheimnis, wir verstummen vor der Gewalt. Die Gewalt von Sprache und der Quatsch machen uns Stumm.  Es reißt das Wort im Schmerz Dem Anderen entsprochen

Zurück, dort wo der Mensch gebrochen

In seiner Haut so ausgesetzt dem Leib

Dem er verbunden, Jäh entleibt Befragt so mit Gewalt zum Sprechen

Verschärft – VERNOMMEN – bohrend

Die Antwort bleibt Nur Reine Form Von seinem Körper schon entleibt

Hat er gesprochen, gegen seinen Willen

Entkommen wird er nicht der Haut – Und auch der Tod wäre viel zu leer.

Der Welt dies Opfer: geht dies Opfer verloren

Entgegen dem Willen sein Wort entrissen

Es wird erzwungen für seine Welt, Zurück, wo Mensch, erst wird der Hilferuf

Erzittert Körperschrei die Kehle Und ausgesetzt von Haut und Leib

Die Ohnmacht glaubt der Stimme nicht

Ein Schmerzensschrei dem Peiniger folgt

Der Schmerzensschrei entspringt dem Zeichen

Durchbricht die Ordnung und befreit, Gibt Antwort bloßer Haut des Leibes

Lebendig seiner Welt beraubt - Und willenlos dem Schmerz entrissen. Soviel zur Gewalt.

Die Gewalt eines Tornados, das ist seine verheerende Kraft. Diese Kraft aber liegt in einer schweigenden Stille die sich in seiner Mitte verhält, in seinem Auge. Gläubige mögen darin Metaphernhaft das Auge Gottes oder die Anwesenheit des Schöpfers sehen. Der Gläubige meint in unserer lauten Welt wäre das Schweigen selten. Daher geht er ins Schweigen des Klosters um Ruhe und Stille zu finden. Er wird aber das Zwiegespräch mit sich selber finden. Wir erklären einen Text und nehmen einen Satz auseinander, auf seine Bedeutung hin, und stellen fest, das, was wir immer schon wussten. Wenn es wirklich so ist, dass in einem Gedicht, sagen wir einem hermetischen, großen Gedicht (und ich bin mir sicher, er würde es ebenso sehen) eine Bedeutung verborgen sei, warum verändert sich dann jeweils nach einer anderen Interpretation die Bedeutung? Und warum gibt der Text dem Wissenschaftler so viel Mühe auf? Was soll also dann der Text bedeuten, wenn die Bedeutung, hier hinter dem Text liegt? Diese Theorie des Schwaigen, braucht nur von Philosophen falsifiziert zu werden. Wie ich zeige, kann man an dieser These nicht feststellen ob sie falsch ist, vielmehr müssen andere Theorien (Wittgenstein, Austin, Gadamer), damit überprüft werden, oder anhand eines Experimentes diese Theorie bewiesen werden. Schwaigen ist ein kommunikationsfreudiger Akt, bei dem nicht nur gesprochen wird und bei dem auch nicht immer Laute erzeugt werden. Schwaigen hat mehrere Funktionen. Während man einem anderen zuredet, schweigt man über die wesenhafte Aussage hinweg. Doch kann das Schwaigen auch einen Kontext zur Verständigung anzeigen.

Nur was wir nicht wissen, das macht uns klüger...

Wir versuchen in unserem Denken und Zuhören zu Verstehen, aber dieses Verstehen ist nur eine Vergewaltigung. Ich denke, dass ich in meinem Dichten nur zeige, wie eine Welt funktioniert. Ich schreibe nicht, damit mein Gedicht verstanden wird. Und wenn sie Verstehen würden, weil sie zum Beispiel diese Situation bereits selber einmal mitgemacht haben, so sollten sie ihr Gedicht doch selber denken, denn sie sind weder ich, noch ein Dichter wie ich. Ich will nicht, dass man in meine Gedichte eintaucht, wie in einen Roman. Vielmehr soll man bei meinen Gedichten nach außen entfliehen, emporsteigen, vergessen.

 

Die Philosophie sucht nach (der) Wahrheit - und hat bis Heute nur eine vage Menge, miteinander streitender Wahrheiten gefunden. Jeder Mensch hat jede Menge Wahrheit und Jeder verkörpert objektiv seine eigene Wahrheit. Zwischen Wahrheit und Wahrheit besteht eine tiefe Kluft die zunächst unüberwindbar scheint. Aber es scheint auch nichts zu geben, was das menschliche Gehirn nicht überwinden könnte. Die Wahrheit ist also lediglich das, was wir selber denken. Aber Achtung, nicht das was wir denken zu denken, sondern das was wir nicht wissen, das wir es wissen. Alles was wir reden und ausdrücken ist schon nicht mehr wahr, weder für uns, noch für den Anderen der das Gesagte erst einer Prüfung unterzieht. Wir können es allerdings für wahr halten, oder es für wahr ausgeben, oder noch soviel dazu erzählen, dass es anscheinend wahr sein könnte. Wir könnten ein Buch darüber schreiben und so gesehen sind alle Bücher irgendwie Romane. Der Schriftsteller hat die Handlung so oder so schon erlebt oder einmal gehört und sie scheint wahr zu sein; aber seine Geschichte ist natürlich völlig frei erfunden und an den Haaren herbeigezogen. Selbst ein performativer Akt ist niemals wahr und eine Handlung, wie eine Eheschließung, ist nur aufgrund konventioneller, kultureller Vereinbarungen bindend wahr. Wir dürfen dann einfach nicht denken. Sobald wir denken, müssen wir erkennen, das eine Hochzeit nur Firlefanz ist, so wie wir das Tragen des Kopftuches oder verschiedene Beerdigungsriten nicht verstehen können. Alle Dinge die wir aussprechen, nehmen wir aber aus guten Gründen für Wahr. Boris Groys der das Buch über die Einführung in die Antiphilosophie schrieb, wurde in Ost-Berlin geboren. Hier musste ihm doch wohl schon aufgefallen sein, dass für West-Berlin eine völlig andere Wahrheit galt. Was ist das überhaupt, ein Anti? Sitzen alle im gleichen Boot und sind dann Antiruderer oder was? Kommt Groys am Ende doch zu keinem Ergebnis, was die Antiphilosophie ist, so gibt es zwei Wahrheiten. Erstens, er schrieb ja nur eine Einführung in die Antiphilosophie oder zweitens im fiel auch bei seinen Recherchen keine weitere Lösung ein, es gibt eben eine Philosophie und eine Antiphilosophie. Wie beim Parmenides gibt es das Eine das ist und das Eine das nicht ist. Doch dessen Göttin behauptete schon, die Menschen sind blöde, weil sie MEINEN mit WISSEN verwechseln. Nun gibt es aber eine Lösung für Groys. Das ist nicht die ungeschriebene Lehre des Platon, über die man nicht schreiben könnte, und auch nicht Wittgensteins, worüber man nicht reden kann, davon müsste man schweigen. Es ist das, was in der Weiterentwicklung der Kantischen Vernunft, oder besser in deren Entwicklung, sowie in den Sprachtheorien Wittgensteins, Austins, Russel, zu kurz greift. Man besitzt die beiden Möglichkeiten, entweder man redet oder man schweigt. Man könnte in jeder Form Wahrheit herausholen. Die Philosophie ging dahin, das sie auf der anderen Seite das Schweigen als ein Reden interpretierte und das es Eine nennen wir es Letztbegründung oder besser nur X, nicht gibt und darüber kann man auch nichts aussagen. Diese Konsequenzen kann man heute nicht mehr so halten! Lassen sie es mich so sagen:  Wir sagen nie etwas ganz. Alles was wir sagen oder nicht sagen ist nichts. Die Wahrheit kennen wir letztlich wie angeführt selber nicht. Wir schreiben ein Buch, sagen wir über Antiphilosophie, wir wissen hierüber sehr viel und können sehr viel schreiben. Aber wir wissen eigentlich nichts und was viel interessanter ist, wir sagen und schreiben auch nichts, denn wir müssen uns diese Sätze selber interpretieren und der Leser (Was wir womöglich auch noch beabsichtigen) muss aufgrund unseres Buches sich seine eigenen Gedanken machen. Selber interpretieren und denken. Das heißt, wir können mit einem Wort, einem Satz, oder einem Buch eigentlich nichts anfangen. Es sagt uns Nichts, es ist wie eine Erfurter Raufasertapete. Erst wenn wir uns damit beschäftigen, unser Vorwissenherauskramen, weiter informieren können wir aus den Brubbeln auf der Raufasertapete einen Sinn entwickeln. In dieser Zeit aber entsteht eine zeitliche Differenz, von Sekunden bis zu Jahren. Diese nenne ich Schweigen (Schwaigen). Wir können selber nicht erkennen, was wir sagen, wir müssen es interpretieren. Boris Groys erklärt es dahingehend, dass es zweieiige Zwillinge sind, die Philosophie und die Antiphilosophie. In jedem Ding steckt auch das Antiding, wie auch in jedem Reden das Schweigen implizit enthalten ist. Es ist aber das, das beide vom gleichen Stamm sind, eine geniale Metapher. Das Reden ist nämlich das Schweigen! Sowie das Hören ebenso das lautlose Nichts ist! Und doch entsteht aus Beidem, aus Schweigen und aus Nichts, so etwas wie Denken und Welt, mit allem was der Fall ist, ein steter Nachschub im Warenhaus der Ideen. Wahrheit ist was der Fall ist, Wahrheit hat man nicht und sagt man nicht, Wahrheit muss man erst erkennen durch Prüfung. Es ist nach Austin nicht so, das unsere Sinne getäuscht wurden, wenn wir etwas falsch erkennen, als vielmehr haben unsere Sinne etwas falsch erkannt! Wir glauben wenn wir etwas wahrnehmen, das wir es Wahr nehmen, weil wir es erkennen. Wenn wir aber als ein Beispiel das hierhin passt, das Wort hermeneutisch so lesen, als hätten wir hermetisch gelesen. Wir haben uns also einfach verlesen. So gehen wir davon aus, dass dieses falsche Wort, richtig war. Wie können wir dann erkennen und sagen, das Richtige Wort sei wahr, wenn wir nicht einmal sicher sein können, dass wir uns nicht verlesen haben? Wir können also niemals sicher sein, ob wir das Richtige sagen. Wie können wir dann ernsthaft etwas sagen? Alles was wir sagen muss unser Verstand erst einmal prüfen, ob und wie, wir etwas Wahr nehmen. Das Wahre ist ständig im Streit zwischen Schweigen und Nichts. Der Augenzeuge hat etwas gesehen, aber das was er gesehen hat sind nur Sinnesdaten und er kann sprachlich nur aus diesen Sinnesdaten schöpfen. Alle Menschen sehnen sich nach einem wahren Wort. Aber, sie wissen im Grunde ihres Herzens, sie werden es nicht finden! Es gibt kein wahres Wort! Wir belügen uns immer, aber wir leben gut damit. Wir erkennen Wahrheiten über unsere Sprache hinaus. Wir bleiben alle immer Sklaven. Jeder Mensch auf der ganzen Welt braucht dieses Buch! Keiner kann sinnvollerweise sagen, das er es nicht braucht. Man müsste ihm sagen, er rede Unsinn. Warum? Das steht alles im Buch, aber wenn er es nicht gelesen hat, ist er auch nicht glücklicher, er weiß dann auch nicht, dass er Unsinn redet. Vor allen Dingen weiß er nicht was hier Schweigen und Unsinn bedeutet. Aber das hieße ja, das im Buch auch alles „Unsinn“ stände. Im Sinne des Buches ja, den Sinn den versuchte der Verfasser zu vermitteln und den wahren Sinn, den gibt der Leser seinem Sinn hinzu, das ist die Erkenntnis diese Buches. Wer aber sagt, das hätte er schon immer gewusst, der hat sich noch nicht seinen nächsten Satz betrachtet. Wer mein Buch: Schweigen und Nichts gelesen hat, kann zu jedem sagen: Ich habe dich nicht verstanden. (Sollte dieser aber antworten, in dem er ihn für dumm erklärt, müsste man allerdings erwidern, er habe nur Unsinn geredet.) Adam glaubt auf der Wiese ein Schaf zu sehen ist der Satz wahr oder nicht wahr. Eine Lösungstheorie des Problems heißt, es gibt keine sinnvollen wahren Sätze, es gibt nur einfach Sätze, es besteht keine Frage von Wahr und Falsch, eine Behauptung kann man nur Falsifizieren, eine Verifizierung ist nie möglich! Die Aussage: dort auf der Wiese steht ein Schaf ist dieser Satz Wahr oder Falsch ist keine Frage; es ist kein sinnvoller Satz in Vertretung dieser Frage Das ist pro Nase und immer wie beim Schöpfer: das Lachen (das Lachen ist immer einzeln, nicht wie weinen, niesen, hören, sehen, sprechen usf. die immer noch ein Zusätzliches z.B. das Denken voraussetzen) ist das überall und immer, immer nur einzeln, hier und dort, nicht gleichzeitig beim Frager und beim Objekt. Eine Theorie lautet, es besteht keine Frage von Wahr und Falsch, die Feststellung ist nur ein leerer Satz, eine Behauptung kann man nur falsifizieren, eine Verifizierung ist nie möglich! Die Aussage z.B. dort steht ein Schaf, bedeutet nichts und fordert nicht zu einer Lösung heraus, es ist einfach nur ein Satz (Austin, Wittgenstein). Sollte man die Frage stellen: ist dieser Satz wahr oder falsch, setzt dies schon ein Nachdenken und im Grunde auch eine Antwort voraus. d.h. sage ich: die Antwort ist wahr, so stelle ich wiederum eine Behauptung auf, die gleichwohl sinnlos ist und keine Beantwortung erfordert, weder besteht ein Wahrheitsanspruch, noch ist dies ein sinnvoller wahrer Satz. Man kann diese Frage oder Aussage nur durch ( Popper ) falsifizieren, beantworten; d.h. ich kann nur feststellen das oder ob die Behauptung falsch ist. Niemals das sie richtig ist. Auch dann nicht wenn ich alle Möglichkeiten von Falsch ausgeschöpft habe. Beispiele: Die Aussage z.B. dort steht ein Schaf. Dies ist ein sinnleerer Satz. Ohne Sinn dahingehend, wenn ich frage, ist er wahr. Es ist nur ein Satz (Wittgenstein). Wenn ich wissen will ob er wahr ist muss ich die Frage stellen: ist er wahr, das wäre ein anderer sinnloser Satz der nur zu beantworten wäre wenn ich überprüfen würde ob der Satz falsch wäre, also prüfe ob es kein Schaf ist. Höre ich eine weitere Aussage: Auf der Autobahn A4 gab es einen Toten. Dieser Satz ist sinnlos, sie erkennen es dass er keinen interessiert. Er interessiert erst wenn ich weiß, Herr Adam war auf dieser Autobahn unterwegs. Nun kann ich immer noch nicht sagen dass der Satz wahr ist, ja ich könnte nicht mal sagen er wäre wahr wenn ich wüsste es wäre Herr Adam. Um die Frage korrekt zu beantworten suche ich den Fehler, d.h. ich rufe Herrn Adam an, weiß nun es ist nicht Herr Adam und keine weitere Frage ob der Satz wahr oder falsch ist. Ein weiteres Beispiel: Der mit den 5 € in der Tasche bekommt den Job: Er macht die Aussage und weiß er hat 5 €in der Tasche. Für sich braucht er nicht die Frage wahr zu stellen, er weiß ja, er hat. Genauer müsste er sich die Frage nach Falsch stellen, es könnte ja sein er hat ein Loch in der Tasche. Seine Frau kann ja ebenfalls nicht fragen wahr oder falsch, sie glaubt ja ein anderer hat die 5 € in der Tasche. Ein weiteres Beispiel Chisholm, Gettier Problem: Adam glaubt auf der Wiese ein Schaf zu sehen ist der Satz wahr oder nicht wahr. Eine Lösungstheorie des Problems heißt, es gibt keine sinnvollen wahren Sätze, es gibt nur einfach Sätze, es besteht keine Frage von Wahr und Falsch, eine Behauptung kann man nur Falsifizieren, eine Verifizierung ist nie möglich! Die Aussage: dort auf der Wiese steht ein Schaf ist dieser Satz Wahr oder Falsch ist keine Frage; es ist kein sinnvoller Satz in Vertretung dieser Frage. Eine Lösungsmöglichkeit man löst die Frage mit Schlüssen, deduktiv

Alle Schafe sind wollweiß,

Auf der Wiese steht etwas wollweißes,

Auf der Wiese steht ein Schaf

induktiv

Auf der Wiese steht etwas Wollweißes

Alle Schafe sind wollweiß

Auf der Wiese steht ein Schaf

abduktiv

Auf der Wiese steht ein Schaf

sind alle Schafe wollweiß

dann ist dies auch ein Schaf

oder die Lösungsmöglichkeit, das Lachen (das Lachen ist immer einzeln, nicht wie weinen, niesen, hören, sehen, sprechen usf. die immer noch ein Zusätzliches z.B. das Denken voraussetzen) ist das überall und immer, immer nur einzeln, hier und dort, nicht gleichzeitig beim Frager und beim Objekt. Eine Theorie lautet, es besteht keine Frage von Wahr und Falsch, die Feststellung ist nur ein leerer Satz, eine Behauptung kann man nur falsifizieren, eine Verifizierung ist nie möglich! Die Aussage z.B. dort steht ein Schaf, bedeutet nichts und fordert nicht zu einer Lösung heraus, es ist einfach nur ein Satz (Austin, Wittgenstein). Sollte man die Frage stellen: ist dieser Satz wahr oder falsch, setzt dies schon ein Nachdenken und im Grunde auch eine Antwort voraus. d.h. sage ich: die Antwort ist wahr, so stelle ich wiederum eine Behauptung auf, die gleichwohl sinnlos ist und keine Beantwortung erfordert, weder besteht ein Wahrheitsanspruch, noch ist dies ein sinnvoller wahrer Satz. Man kann diese Frage oder Aussage nur durch ( Popper ) falsifizieren, beantworten; d.h. ich kann nur feststellen das oder ob die Behauptung falsch ist. Niemals das sie richtig ist. Auch dann nicht wenn ich alle Möglichkeiten von Falsch ausgeschöpft habe. Beispiele: Die Aussage z.B. dort steht ein Schaf. Dies ist ein sinnleerer Satz. Ohne Sinn dahingehend, wenn ich frage, ist er wahr. Es ist nur ein Satz (Wittgenstein). Wenn ich wissen will ob er wahr ist muss ich die Frage stellen: ist er wahr, das wäre ein anderer sinnloser Satz der nur zu beantworten wäre wenn ich überprüfen würde ob der Satz falsch wäre, also prüfe ob es kein Schaf ist. Höre ich eine weitere Aussage: Auf der Autobahn A4 gab es einen Toten. Dieser Satz ist sinnlos, sie erkennen es dass er keinen interessiert. Er interessiert erst wenn ich weiß, Herr Adam war auf dieser Autobahn unterwegs. Nun kann ich immer noch nicht sagen dass der Satz wahr ist, ja ich könnte nicht mal sagen er wäre wahr wenn ich wüsste es wäre Herr Adam. Um die Frage korrekt zu beantworten suche ich den Fehler, d.h. ich rufe Herrn Adam an, weiß nun es ist nicht Herr Adam und keine weitere Frage ob der Satz wahr oder falsch ist. Im Tod sind alle Menschen gleich und Mann und Frau im Leben So wird ein Kind und Tier und Wesen im mörderischen ruht der Mensch Und sind sie gleich wie Mann und Frau So wie im harten Kampf und Folter Zum Himmel riecht verbranntes Fleisch das Kreuz ist gleich für alle Opfer Und wessen Herz nicht hart geworden der hat noch keine zeit gelebt wer mit dem Grundschrei wird geboren der hat Gewalt bereits gespürt Im Tod sieht man des Tigers Auge bei dem das Leben wurde verschlafen für des Lebens letzten Wille steht die Frage ob alles wahr Vom WAHREN SINN DES LEBENS. Wenn die Zwerge Schatten werfen bei tiefer Sonne, treibt es die Riesen aus ihren Hütten, wieso kann ein Sorgloser nicht auch ein Schmuckstück finden in hohem Gras? Niedrigkeiten sind stets vom Höchsten. Wenn ein Apfel fällt drei Straßen weiter vom Baum, in einen gepflegten Vorgarten, baut eine einzelne Schwalbe ihr Nest nur den Sommer, den kann sie nicht bringen, Artig das Einzige zu beginnen. Wenn ein Spatz unter ausgereckten Armen, die hochgehobene Hand, nicht kann finden, wird sich die Taube nie in die Lüfte bewegen. Wenn alle Dächer voller Raben sitzen. Größer ist, die Hand zu beseitigen. Wenn in den Tollhäusern der Geschichten, die alten Märchen gesungen werden, die Reime und Fabeln der Philosophen, dann ist endlich die Zeit gekommen, wo alle angetrunken sind vom wahren Sinn des Lebens

 

Die Differenz als Schweigen erblickt in der hermeneutischen Definition eine Auslegung in den Punkten: 1. die linguistische Differenz: Verstehen und Interpretation 2. die historische Differenz, jeder einmal fixierte Text altert unaufhaltsam und 3. eine poetologisch/rhetorische Differenz, das dichterische Texte 'künstliche' Ausdrucksformen, z.B. rhetorische Mitteln benutzen. Diese Auslegungsarten werden hier von meiner Theorie radikal kritisiert. Die Differenz ist bereits im Sprechen enthalten. Sowohl die des Verstehens und der Auslegung, als die Differenz des Alterns (das Gesprochene ist bereits Vergangenheit im Sinne von Heraklit) und die dichterische Differenz, wann und wie lange will sich ein Literaturwissenschaftler mit einer Auslegung und einer Interpretation beschäftigen? Außerdem wird er sich dem Text ja niemals nähern, vielmehr kommt seine Deutung immer mehr vom Text weg. Wenn doch der Autor selbst nach der Herstellung seines Werkes nicht mehr in der Lage ist, eine Interpretation abzugeben und die Literaturwissenschaftler davon ausgehen, das sie ohnehin bessere Interpretationen abgeben können als der Künstler selbst. Wo sollte hier auch nur annähernd eine Einigkeit zu finden sein? Somit fällt es mir auch nicht schwer allen Deutungen zu widersprechen und doch kann ich sie sehr gut nachvollziehen und finde sie auch sehr berechtigt als eigene Werke. Es kann auch niemals ein Werk als Einzelnes, Ganzes glaubhaft ausgelegt werden, weil wir Niemals ein komplettes Werk vorfinden! Ein Werk, sei es ein Kunstwerk, Malerei, Rede, Buch ist niemals fertig. Es wird irgendwann vom Künstler für beendet erklärt. Sprache ist immer zugleich eine Handlung und hat nichts mit sprachlicher Wahrheit zu tun. Und wenn man eine Handlung vollzieht ist nicht immer gesagt dass dies eindeutig ist. Es gibt Vorbedingungen wie es auch Nachbedingungen und unterschiedliche Interpretationen gibt.

Der Verstand begrenzt demnach die Sinnlichkeit, ohne darum sein eigenes Feld zu erweitern, und, indem er jene warnt, dass sie sich nicht anmaße, auf Dinge an sich selbst zu gehen, sondern lediglich auf Erscheinungen, so denkt er sich einen Gegenstand an sich selbst, aber nur als transzendentales Objekt, das die Ursache der Erscheinung (mithin selbst nicht Erscheinung) ist, und weder als Größe, noch als Realität, noch als Substanz usw. gedacht werden kann (weil diese Begriffe immer sinnliche Formen erfordern, in denen sie einen Gegenstand bestimmen;) wovon also völlig unbekannt ist, ob es in uns, oder auch außer uns anzutreffen sei, ob es mit der Sinnlichkeit zugleich aufgehoben werden, oder wenn wir jene wegnehmen, noch übrigbleiben würde. Wollen wir dieses Objekt Noumenon nennen, darum, weil die Vorstellung von ihm nicht sinnlich ist, so steht dieses uns frei. Da wir aber keine von unseren Verstandesbegriffen darauf anwenden können, so bleibt diese Vorstellung doch für uns leer, und dient zu nichts, als die Grenzen unserer sinnlichen Erkenntnis zu bezeichnen, und einen Raum übrig zu lassen, den wir weder durch mögliche Erfahrung, noch durch den reinen Verstand ausfüllen können. Die Kritik dieses reinen Verstandes erlaubt es also nicht, sich ein neues Feld von Gegenständen, außer denen, die ihm als Erscheinungen vorkommen können, zu schaffen, und in intelligible Welten, sogar nicht einmal in ihren Begriff, auszuschweifen. Der Fehler, welcher hierzu auf die allerscheinbarste Art verleitet und allerdings entschuldigt, obgleich nicht gerechtfertigt werden kann, liegt darin: dass der Gebrauch des Verstandes, wider seine Bestimmung, transzendental gemacht, und die Gegenstände, d. i. mögliche Anschauungen, sich nach Begriffen, nicht aber Begriffe sich nach möglichen Anschauungen (als auf denen allein ihre objektive Gültigkeit beruht) richten müssen

 

Ich kann nur sprechen, indem ich mich des Mediums der Sprache bediene. “So-gibt es keine Sprache jenseits der Rede, der Schrift oder der gestischen Artikulation. Alle Theorien, welche Medien als äußerliche Vehikel und Träger ihrer Botschaft begreifen, verfehlen gerade diese nicht-instrumentelle Dimension: Sie behandeln Medien so, als ob sie Instrumente seien.“ So schreibt es Sybille Krämer. Das Medium als ein Apparat äußerlich einer Botschaft, hervorgerufen durch ein Artefakt, einem handelnden Werkzeug. Hingegen ist Wittgenstein (PU) der Ansicht: „wir sollen mit der Idee brechen – Sprache funktioniere immer auf eine Weise, diene immer dem gleichen Zweck: Gedanken zu übertragen.“ Dieses Übertragen scheint mir immer ein Übersetzen. Bei dem Übersetzen entstehen „Fehler“. Diese Fehler werden sofort sowohl vom Sprecher als auch vom Rezipienten neu interpretiert. Wir benutzen Sprache als verbale oder nichtverbale Tätigkeit des Handelns. Von einem der schweigt erkennen wir nach einiger Zeit als Zeichen nonverbaler Mitteilungen seinen Ausdruck. Diese Mitteilungen erkennen wir auch während des Sprechens und zwar außerhalb und innerhalb der Sprache. Sprache ist heute nicht mehr, wie Platon im Phaidros noch lehrte ein Spiegel der Natur. Dass wir „nicht richtig sprechen“ können, besagt die Frage Wittgensteins „was es heißt einer Regel zu folgen“ Dieses kann der Sprecher nicht wissen. Er braucht die Korrektur oder die Anerkennung. Es gilt, die Differenz, zwischen Sprachsprechen, und sprachunabhängiger Hinterwelt, zu übersetzen. Dass wir Schreiben, heißt, wir entsprechen. Damit zeigen wir, die Möglichkeit, zwischen Schrift und Sprache, zu unterscheiden. Alles korrekte, grammatikal richtige, wissenschaftliche Sprechen ist nur einer Schrift nachgesprochen. Es ist nicht alleine höchste Kunst sich korrekt auszudrücken, vielmehr in diplomatischen (also auch sprachlich gebildeten) Kreisen die größte Kunst, gekonnt „Unklarheit“ in Verträgen auszudrücken. Im Traum oder Zweifel mag ich erkennen (Descartes) das Ich gewiss meiner Existenz als denkendes Subjekt sein kann. Nicht aber gewiss, dass ich ein sprechendes Lebewesen bin. Denken ohne Sprechen ist träumen. Sprechen ist ohne Denken. Was ist Denken? Ist das Herstellen eines Kunstwerks bereits Kunst? Ist das Sprechen bereits Sprache oder noch denken? Ein Hinschreiben bereits ein entsprechen, eine Medialisierung? Sprache diesseits oder jenseits der Rede ist nicht, also Nonsens. Wir entäußern uns, indem wir eine Rede schreiben. Ein Buch als Antwort und Idee über andere Bücher nur aus Angst. Wir haben Angst, das man vergessen könnte unser Da-Sein, unsere Stellung unsere Existenz. Wie können wir wissen, dass das was wir auszudrücken versuchen, richtig verstehen? Viele Philosophen gehen davon aus, man kann Worte so benutzen wie man will (Humpty Dumpty) Schwaigen als Sprache schließt längere Überlegungsgeschichte ein. Beim Sprechen nehmen wir an, das es wichtige und gerechtfertigte Absicht gibt. Viele wissenschaftliche Erkenntnisse haben den Punkt der Vernunft bereits überschritten, das gilt insbesondere für den Ruf nach Vernunft.

Zwischen dem Sprecher und dem Hörenden ist Liebe, die Liebe, die dem Sprechen anhaftet, hat das geschichtliche des Ereignisses zum Inhalt und wohnt im Gegenstand des Rezipienten. Liebe als eine Vielzahl von Fällen, die ihr Wirken in der Welt haben.

Wenn ich nun, wie die Klugen, glaubte, was wahr ist sei wahr und was falsch ist sei falsch, so sagte ich was einer mir sagt sei richtig und würde nicht überlegen ob es auch falsch sein könnte. Es steckt natürlich um eine Wahrheit herauszufinden, viel Arbeit in einer Sache, und gerade aus dieser Arbeit finden sich viele neue Fragen, die wahr oder falsch sein könnten. Ich rede also und lasse es dabei, ich höre und verstehe etwas. Bewegt man sich doch immer in sich, in der Stadt und geht nur selten hinaus zum Tor über die Grenze. So lernt man doch in sich. Der Verliebte scheint mir verliebt in seinen eigenen Text und kann daher nicht objektiv urteilen. Wenn ich nun anerkennen würde, dass dieses oder jenes Buch, diese oder jene Rede wahr wäre, wie kann das sein, das ich vorherigen Bücher und Reden ebenfalls für wahr hielt? Man wird und kann alles aber immer noch wieder besser und präziser ausdrücken vielleicht?

Wenn wir unser Wissen unter wissenschaftlichen Bedingungen formulieren zu einem unter Wissenschaftlern gesunden Bonsant oder commen sense, wie soll aber etwas klar und verständlich ausgedrückt sein, ohne ein eigenes soziales System aufzubauen? Ein System an dieser Stelle, das sich nicht einmal einfach selbst weiter entwickeln kann? So würde es sich in der Theorie von Luhmann lesen. Ein soziales System ist keine Performation, vielmehr ist es eine Kommunikation. Was ist also nun die Frage: Ist Sprechen Performation oder Kommunikation? Autopoiesis als ein geschlossenes Feld in Form und Grenze. Ein Sprengkörper ist die Sprache, die lediglich zum Zeitpunkt der Explosion (Operation) funktioniert. Die Betrachtungsweise des Feldes allerdings erfolgt von innen oder von Außen. Es sind evolutionäre darwinsche Prozesse, die sich selber entwickeln und nicht mehr aufzuhalten sind.

Es gibt Schwaigen! Da ist kein Zweifel.

Als ein Reden im Sinne von Erkennen. Was gesagt wird, ob alltagssprachig oder wissenschaftlich hermetisch, bleibt als Flüchtiges ohne Gegenwart unklar, Vage. Insofern kann man bei Sprache als Performanzhandeln, sprechen als Aufführung aber im Sinne von Schwaigen als Selbstherstellung reden. Nicht der Autor oder der Schauspieler erklären die Handlung, vielmehr stellt sich die Handlung selbst her. Nicht der Mensch wird gereinigt (bei Katharsis) vielmehr reinigt sich der Text, die Sprache. Nicht der Schauspieler spielt den König, vielmehr stellt sich der König selbst im Auge des Zuschauers als Autopoiesis her. Es schließt sich also nicht Wort für Wort, Satz für Satz oder Sprache für Sprache an, vielmehr Gedanken und Auffassungen an Gedanken und Auffassungen. Luhmann: „Der Mensch kann nicht kommunizieren, nur die Kommunikation kann kommunizieren.“  Sprechen als performativer Akt heißt, dass wir mit jedem Sprechen eine Handlung ausführen. Das mag ja so sehr richtig sein, aber wie sieht es in der Praxis aus? Ja sagen bei einer Eheschließung als ein performativer Akt? Das Handelnde aber ist nicht in der Sprache. Es liegt im gesamten Kontext eines Systems. Ein Vorgang der sich autopoietisch, sich aus sich selbst heraus entwickelt. Bezieht sich die Eheschließung aus sich selbst heraus und nicht aus einer Handlung zwischen Priester und Eheleuten.

Die Differenz zwischen dem Reden über ein Ereignis und dem Ereignis der Rede selbst, dem Sinnieren über das erzählte Ereignis als einem grenzwertigen Kommunikationsfeld, trägt nicht zu einem performativen Akt, im Sinne einer schaffenden Anforderung, bei. Welterklären heißt alles Erklären, was der Fall sein könnte. Das ist der Kritikpunkt, wie die universale Stärke der Schwaigentheorie! Es gibt keine konkreten Probleme, als nur Probleme, die aber nur als Probleme scheinen. Probleme als Gemachte sind nur beim Macher der Probleme zu lösen. Alles ist so simpel und einfach.

Soziale Systeme bestehen aus Kommunikation, auch wenn diese Kommunikation lediglich aus Grunzen oder dem Aneinanderreiben der Schnauzen besteht. Kommunikation produziert und reproduziert sich selbst. In diese selbstständigen Systeme versucht Wissenschaft, mit permanent neuen Theorien einzugreifen. Dies heißt Technik. In sozialen Systemen läuft Selbstreproduktion wie Kommunikation nach evolutionären Prozessen, wie es passt. Systemoperationen laufen nach dem stets gleichen Muster. Sie operieren nach algorithmischen Strukturen, die sich ständig weiterentwickeln. Es ist nicht Welt, was alles der Fall ist, vielmehr schaffen neue Fälle immer wieder neue Fälle und versprechen so neue Fälle und halten so eine Welt in Gang, dass in dieser Form nie von einer Welt gesprochen werden kann. Diese sozialen Systeme haben ein soziales Gedächtnis, das vorher und nachher analysiert, reflektiert, speichert und aufbaut. Dies ist ein typisch autopoietisches Verhalten. Ein Verhalten, das einer steten Copacobanischen Wende gleicht. Jede Änderung verändert nicht das System, vielmehr schafft es dieses neu. Autopoietische Systeme grenzen sich ab und erhalten sich durch Selbstreflexion.

Wir können Welt nicht erzeugen, weil die Erzeugung bereits weiterläuft. Das bedeutet: Jeder Gedanke, jeder Windhauch, jedes fallende Blatt ist seit dem Augenblick des Urknalls vorbestimmt. (Laplacesche Dämon) „Gedachtes Wesen von unvorstellbarer Intelligenz, das zu einem bestimmten Moment, den Zustand der physischen Welt vollkommen kennt.“ So ist das Schwaigen im Moment des Sprechens. Mit der Welterzeugung betritt die Ex Machina die Bühne. Die Deo ex Machina verbindet die Handlung mit dem Phänomen Welterzeugung als eine Vermischung. Alles wird Metaphysik. Alles ist Metaphysik, alles ist keine Metaphysik. Himmel und Erde dürfen sich nicht berühren. Nichts geschieht ohne die Kraft der Einbildung. Schlage eine Zeitung auf, schalte ein Radio ein, schalte ein Fernsehgerät ein, spreche mit jemandem etwas Sinnvolles. Was ich bedeutungslos fand, findet Bedeutung. Es zeigt sich, es eröffnet sich. Man kann die Bedeutung berechnen. Die Sprache ist abgrundtief, wie ein Brunnen, aber du wirst dich nur an wenige Male erinnern.

Wenn wir einen Widerspruch feststellen, können wir hierzu nichts sagen, wir müssen schweigen. Aber können wir denn wie Wittgenstein sagen, dass wir darüber schweigen müssen. Musste Wittgenstein nicht auch hier schweigen. Durfte er unter dieser Prämisse den Traktatus schreiben oder gar veröffentlichen? Über Unsinn oder Fällen von lauter Sinnleeren (Nonsens) können wir nichts sagen. Was wir können, ist die Frage zurückweisen. Aber können wir wirklich etwas Sinnvolles sagen? Erschließt sich Sinn nicht alleine aus dem Verstand? Als subjektiver Hörer oder subjektiver Textproduzent können wir das objektive Ding von Sinn garnicht erfassen. Sinn ist hier auch gleich Nicht-Sinn, also Unsinn. Wenn ich über Unsinn schreibe, kann nur Unsinn dabei herauskommen und wer es liest versteht nur Unsinn. Die Frage ist doch ob das Sinn macht? Müssen wir uns dieser Frage stellen, oder müssen wir sie abweisen? Wenn wir uns dem Widerspruch nicht stellen. Natürlich kann man über Unsinn reden, man kann aber nicht sagen man muss darüber schweigen und man sagt es doch! Wir wissen nicht, ob die Katze in der Kiste lebt oder tot ist. Dieser Widerspruch lässt manche Oberlehrer kalt. Natürlich, wenn die Frage so argumentiert, dass die Katze sowohl tot als auch lebend ist. Aber ist hier die Frage banal oder müssen wir nur einfach nachsehen. Spartheorie heißt hier wir können uns die Frage sparen. Grundsätzlich können wir sagen was wir wollen. Das heißt wir können auch Widersprüche ausdrücken und darum können wir auch Nonsens reden. Wie früher aus dem Nous entsteht nun aus dem Nonsens der geniale Gedanke. Gegner werden entgegenhalten, dass wir dann nicht weiter zu reden brauchen. Sie schweigen aber nicht, was einem Nachdenken gleichkäme vielmehr wenden sie sich Oberlehrerhaft eine andere, bessere Vorstellung zu simulieren. Die Frage bleibt doch offen, können wir sagen was wir wollen? Der Widerspruch ist doch der, das auch die Gegner dieser Theorie recht haben wenn sie behaupten man kann nur sprechen, wenn wir davon ausgehen, dass es auch diese mannigfaltigen Dinge auch gibt. Auch wenn wir davon ausgehen, das diese Dinge nur Ideen, Sinnesdaten, Impressionen, und Vorstellungen sind. Es ist Nonsens, weil es als Nonsens nur so verstanden werden kann. Warum sollte man es also schreiben? Man kann eine Theorie schreiben ohne eine Antwort geben zu können. Das geschieht häufig um nicht zu sagen immer. Welchen Gehalt hat aber diese Schrift. Sie ist Wissenschaft, gibt aber gleichzeitig keine Antwort. Bezeichnen wir sie als Nonsens? Wissenschaft ist das was wir nicht erklären können. Wir halten den Deckel der Kiste verschlossen. Wir wissen nicht ob die Katze lebt oder tot ist und können die Kiste nicht öffnen, es wäre Nonsens sie zu öffnen, weil uns die Frage erhalten bleiben muss. Es geht um die Frage. Nicht um die Katze und nicht um die Kiste und nicht um Leben oder Tod.

Es könnte sein, das wir mit meiner „neuen“ Theorie etwas ganz neues lernen. Scheint unsere Sprache doch nicht das Ding selber, vielmehr etwas vollkommen durchsichtiges zu sein. Es liegt etwas hinter dem Wort. Verstehen ist immer etwas anderes. Es ist alles eine Frage von Gewißheit. Es ist eine Frage der Psychologie, die beschreibt, was gesagt, oder was gehört wurde; einer der sich unter den Bedingungen der Erfahrung „so und so“ äußert. Es bewegt sich dazwischen, zwischen Ereignis und Diskurs, zwischen Logik und Empirie. Das Sprechen ist nicht nur ernst gemeint. Wir beschreiben mit der Rede eine Reihe von Wahrheiten die mit Wirklichkeiten übereinstimmen. Sprechen als ein Bekämpfen unserer ständigen Unsicherheiten.

(Die stille Stunde II. Teil Nietzsche) „Da sprach es wieder ohne Stimme zu mir: Was liegt an dir, Zarathustra! Sprich dein Wort und zerbrich!“ Warum aber kommt alles wieder? Es fließt nicht zurück wie von der Quelle zum Regen. Es fließt zurück wie die Welle in sich zusammenbricht. Wie Jin und Jang als schwarz und weiß zusammenfallen um eine Mitte. Was das außerordentliche Vermögen von Rede und Schrift begründet ist die Frage nach dem möglichen Gedächtnis. Was war und das was wir nicht mehr besitzen, unsere Eindrücke, die uns als Wissen fehlen. Was war vor unserem Sprechen und was ist danach? Wollen wir etwas besprechen, so müssen wir es ansprechen. Sprechen ist ein Aussprechen und Nachsprechen. Es ist uns kein Fremdes (sprechen) es ist von selbst zweideutige Zwiesprache. Das Sprechen alleine zeigt sich also nicht in allem Gesagtem, sonder in dem was bereits geschehen ist, was also ungesagtes (sic) Schwaigen ist. Damit, dass der Mensch spricht, will er auch entsprechen (entsagen). Dieses Entsagen ist nach dem Eindruck unserer Erinnerung dem Ausdruck zu entnehmen. Dieses Entsagen ist durchstimmt vom Eindruck und ausdruck, als ein Verstandenes.

Sprechen ist doch immer so etwas, als verkündige einer die Wahrheit. Halten wir es doch mit Platon aus dem Sophistes, bei dem es heißt:“Lass uns also den, der die Wahrheit scheinbar nachahmt, wie ein Stück Eisen prüfen, ob es ein heiles Ganzes ist, oder noch einen Spalt hat.“

Auch wenn Sprechen ein monologisches ist, so tritt doch das Ausgesprochene dialogisch allem Sprechenden und Dichtendem gegenüber. Das Geläut der Stille wird zu Schwingungen aus dem Glockenstuhl des Schweigens. Erfahrungen und Denkanstöße werden zu dialogischem Diskurs.

Treten die Sprechenden, wie ihre Schriften nicht immer zwiespältig den Rezipienten gegenüber? Immer dramatisch, immer in der Tragödie sehen wir Freund und Feind, Gesicht und Maske. Meine poetischphilosophische Einschätzung tritt hier einer streng wissenschaftlichen gegenüber. Hier reicht aber die Meinung zwischen sehr hoch oben angedachtem und gleichzeitig tiefstem Nichtverstehenkönnen, einem Entsprechenden dazwischen, einer Differenz. Die Praxis gibt der Sprache ihren Sinn. Sprache macht nur Sinn, wenn wir uns sicher sein können. Von dem was wir uns daraus vorstellen, ergibt sich seine weitere Verwendung.

Wir können nicht sprechen, das ist unser Schicksal, weil wir den Ort unserer Sprache bereits seit langem verlassen haben. Wir sprechen so, als würden wir in Berlin eine Sacher Torte zubereiten. Wir können diese auch noch so gut und lecker herstellen, es wird und bleibt doch immer keine Sacher Torte, weil die richtige Sacher Torte nur in Wien im Hotel Sacher hergestellt werden kann. Das ist auch dieses Problem unserer Sprache. In Tübingen Jänner von Paul Celan heißt es: „Käme ein Mensch zur Welt, heute, mit dem Lichtbart der Patriarchen: er dürfte, spräche er von dieser Zeit, er dürfte nur lallen und lallen, immer-, immer-zuzu. Pallaksch, Pallacksch.“ Das konnte Wittgenstein noch nicht wissen, wenn er meinte, wenn wir uns nicht exakt ausdrücken könnten, müssten wir schweigen. Das konnte er noch vor dem Holocaust noch nicht wissen. Und nachher, wie interpretierten die Wissenschaftler diesen Satz. Sie interpretieren ihn bis heut mit Verschweigen und Schweigen über den Teil der Geschichte. Das ist kein Beispiel für einen Grund zu schweigen. Der Mensch, mit dem Lichtbart des Patriarchen; ein Weiser nennen wir ihn Laotse, der erkennt, was hier und heute passiert, der könnte nur noch lallen und besser noch schweigen, höchstens. Nein, der heutige Wissenschaftler kann sehr wohl von allem exakt sprechen ohne das Wesentlich Wichtige zu benennen. Er bereitet die Sacher Torte in Berlin zu und bezeichnet sie als Sacher Torte ohne Probleme. Wir können auch beide Variationen nebeneinander bestehen lassen, aber wir müssen es benennen können. Wir müssen das Schweigen brechen. Unser heutiges Schweigen ist dergestalt, das wir unsere Plagiate in Asien herstellen lassen und als Originale verkaufen. Man sieht nicht mehr die Menschen, bleibt blind für ihr Schicksal man sieht nur noch diese Torte. Das Wichtige bei der Torte ist das Nichtgesagte, diese Leerstellen, Champagner der in Italien hergestellt wurde, Schweizer Käse aus Holland. Wir reden und erkennen nicht einmal dass wir falsch reden, weil wir erklären können, dass diese Sätze richtig sind, und selbst das wäre falsch. Die Sprache die wir benutzen ist unversöhnlich. Wir befinden uns an der Engstelle zwischen Realität und Fiktion. Widersprechen uns durch reden und verschweigen mit einem Sprung ins paradoxe, artifizielle. Wir sprechen und dabei schweigen wir.

Allgemein sprechen wir bei einem Sprachspiel von „allgemeinen“ Äußerungen. Es sind also keine eindeutigen Äußerungen. Trotzdem soll die Sprache Regeln folgen; so wie ein Spiel, ebenfalls Regeln befolgt. Aber ist die Regel, das was ein Spiel ausmacht, im Gegensatz zur Sprache? Innerhalb eines praktischen Zusammenhangs versteht man jede Äußerung als Sprachspiel. Klären wir nicht, dass es bei einem Spiel einen Sieger gibt. Ich erwähne hier vorsätzlich nicht den Verlierer. Die unterschiedliche Qualität der Sprache zeichnet sich durch die spezielleren Begriffe gegenüber der alltäglichen Sprache aus. Das gibt es auch bei Spielen. Je vortrefflicher das Spiel, desto höher der Einsatz und der Gewinn. Desto höher der persönliche Einsatz des Spielers. Man kann also nicht bei (Fachsprache) Hochspielen nicht mit Kinderspielen (Privatsprache im weitesten Sinne) argumentieren. Sollte Sprache also verwendet werden, wie ein Spiel. Das hieße, es muss immer einen Verlierer geben, auch bei einem Spiel mit sich selbst. Bei einer Rede, wer wäre dabei der Verlierer. Wir sprechen bei der Sprache nur vom Verlierer, denn würden wir es als Spiel bezeichnen, wenn der Sofist seinen Gegner in Grund und Boden redet. Beispiele, wie die Sprache verwendet werden kann, eignen sich nicht zu Sprachspielen. Sprache wäre in diesem Spiel nur der Ball, der Stein oder der Würfel. Ein Ball, Stein oder Würfel alleine macht noch kein Spiel aus, ebenso wenig, wie die Sprache. Dass jede sprachliche Äußerung in einer menschlichen Praxis beheimatet ist, heißt, dass ohne Sprechen und ohne ein Dichten, der Mensch nicht leben kann. Dichterisch wohne der Mensch. Wie der Mensch gezwungen ist zu atmen, so ist er gezwungen zu dichten, zu sprechen. Man bedeutet mit einem Wort, einem Satz das was man tut, mit einem Ball, Stein oder Würfel. „Ich werde auch das Ganze: der Sprache und der Tätigkeiten, mit denen sie verwoben ist, das »Sprachspiel« nennen.“ Wittgenstein, PU § 7 . Bei der buchstäblichen Darstellung von Sprachspielen bei Wittgenstein, welche alleine dem Zweck dienen, ein Entstehen philosophischer Probleme auf die missverstandenen Sprachspiele zurückzuführen, geht es auch um seine Aussage, besser zu schweigen, genauer gesagt, hieße das, wir haben uns nur dumm ausgedrückt!

 Man kann ja alles nennen wie man will. Aber von einem Sprechen über das Sprechen zu einem Hören überzugehen kann man schwer als ein Spiel betrachten. Der Sprecher behandelt sein Sprechen wie ein Spielinstrument. (wir sehen, dass die Sprache zum Sprechen nur unzureichend geeignet ist) Der Hörer nimmt das Spiel auf; aber nicht in der gleichen Richtung wie der Aufspieler! Selbst wenn er mit sich selber spielt, wie ein Kind beim Werfen des Balles gegen eine Wand, oder dem Ringelreihen. Das wäre ja schließlich kein Spiel, wenn der Gegenspieler die Sprache des Spielers aufnimmt. Ein Spiel hat nun einmal Gewinner, (wenn man mit sich selbst Ball spielt, war das Spiel geglückt oder verunglückt); wir sprechen aber „Spielend“ um Beide aus unserem Sprechen einen Gewinn zu ziehen, oder zumindest die Erkenntnis, wir hätten nichts verstanden. „Wir sehen ein kompliziertes Netz von Ähnlichkeiten, die einander übergreifen und kreuzen. Ähnlichkeiten im Großen und Kleinen.“

                 Wittgenstein, PU § 66“ Wir benutzen die Sprache heute, besonders in Medien, Funk, Fernsehen und Presse zur Täuschung und Tarnung. Auch in der Wissenschaft, Politik und Wirtschaft verwenden wir die Sprache als Spiel mit künstlichen Worten. Diese Eigenschaften haben aber weder mit dem Sprechen, noch mit der Sprache zu tun. Wenn ein Richter (auch aufgrund seiner Behauptung des besseren Verstehens) nur das Sprechen des Anwaltes zulässt, so ist das eine Sache die zwar eine Regel sein kann, aber mit Sprechen und Sprache überhaupt nichts zu tun hat, wie überhaupt nichts mit dem Sprechen und der Sprache zu tun hat. Wenn dort ein Ball liegt, ist das noch kein Spiel. Wenn dort Spielfiguren oder Würfel liegen ist das noch kein Spiel. Zum Reden gehören Verstand und Verstand und das sprechen können. Sprechen lernt man von selber, wie das Atmen und das Sehen, ihm eine spezielle Position zuzuschreiben wäre falsch. Zu der elitären Aussage "Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen“ käme man bei einer Zensur. Man kann auch sagen: was man nicht tun darf, das darf man nicht sehen; oder was man nicht aussprechen darf, das darf man nicht anhören! Reden nun Austin, Wittgenstein und andere nur Ohnsinn? Sicher wenn wir davon ausgehen können, das jeder Satz, jedes Wort ohne Sinn ist. Um diesem zu entgehen müssen wir so vorgehen, dass „wovon man nicht sprechen kann, das müssen wir besprechen“. Wittgenstein selber stand der Frage skeptisch gegenüber ob sich Menschen über das Sprechen verstehen können und das war richtig. Menschen können sich über das Sprechen verstehen und nicht aus, oder von dem Sprechen her. Der Sprecher kann nicht wissen ob seine Worte und seien sie noch so einfach, verstanden sind. Wir lernen Sprechen, dazu bedarf es keinen Lehrer. Das wir den Lehrer verwenden, damit der Schüler das Wort richtig nachspricht heißt nur, das wir alle gleich sprechen wollen, wollen im gleichen Spiel sein. Auch das ergibt sich nicht allein aus der Sprache. Es ist gerade so, das jeder Mensch für sich einzeln Verstand besitzt und wir nicht von einem großen globalen Verstand reden können, auch nicht in einem eigenen Sprachgebiet. Darum ist es besonders für Menschen nachzuvollziehen, wenn der eine von Gefühlen spricht, die man selber gut nachvollziehen kann. Es ist daher nicht einfach ein privater Gebrauch, wie auch der elitäre Gebrauch keine Geheimsprache ist, sondern ebenfalls ein Ohnsinn, der eben nur verstanden sein will. "Den Begriff 'Schmerz' hast du mit der Sprache gelernt.“ Mit der Sprache lernt man jeden Begriff, das ist eine richtige Aussage. Auch oder gerade wenn wir sie hier als Ohnsinn bezeichnen, lernen wir doch, wie wir im Übrigen nicht unbedingt etwas aus hochgeflügelten Worten lernen. Im Sinne Wittgensteins ist alles Sprechen nur ein ausstoßen von Lauten, die wir gelernt haben zu verstehen. Das Prinzip des Verstehens als eine Erkenntnis ist hier wichtiger als die Sprache. Das Umsetzen von Sprache in Laute, diese zu erkennen und Verstehen, das ist die Erkenntniskraft. Das der Mensch seine eigene Empfindung richtig wiedererkenne daher den Begriff richtig anwenden können, das wird von Wittgenstein noch bezweifelt. Das der Mensch seine Empfindung erkennt kann man schwer bezweifeln, es ist aber für den Menschen unglaublich schwer dies sprachlich zu äußern. Es fehlen dem Menschen einfach die Worte, das ist die einfache Formel.

Jedes Spiel kennt Regeln, damit haben wir geschlossen. Diese Regeln sind aber nur für das jeweilige Spiel verbindlich. Außerhalb unseres Sprachbereiches und auch noch innerhalb unseres Sprachkreises, gilt eine Unzahl von Regeln. In unserem Kulturkreis fahren, auf der Insel, alle Autos links, während bei uns auf dem Festland, die Autos rechts fahren. Das bedeutet, dass für unser Sprechen keine Regeln gelten. Auch, für das Fahren der Fahrzeuge, gelten nicht die Regeln. Fahrzeuge fahren eben. Die Regeln gelten für den reibungslosen Straßenverkehr, ebenso wie die Sprachregeln für einen reibungslosen Sprachgebrauch anzuwenden sind. Man spricht grundsätzlich ohne Regeln und so hart es klingt ohne Verstand. Man glaubt, dass jedes Sprechen zu einem vernünftigen, wahren Ergebnis führt. Dieser Glaube führt uns in die Irre und Enttäuschung. Man lernt durch das unterschiedliche Sprechen, nicht durch die Anpassung zu einem gleichen Sprechen. Man muss die gegenseitigen Unterschiede der Sprache und des Sprechens vergleichen, um zu einer Wahrheit zu kommen. Unterschiedliche Regeln und unterschiedliches Sprechen können sehr wohl nebeneinander existieren. Die Grenzen unserer Sprache, unseres Sprechens müssen wir überwinden. Oft können wir unsere Grenzen nicht erkennen. Manchmal sind unsere Grenzen so eng, das wir nicht weiter sprechen können. In einem geschlossenen Sprachbereich, wie die Wissenschaftler der anglistischen und der wienerischen Schule, können und wollen die Personen nicht aus ihren Sprachregeln ausbrechen. Ihr Kampf bleibt zwischen Minderwertigkeitsgefühlen und Hybris von Geniehaftem. Sie können nicht frei sein und aus ihrer Enge austreten, weil sie mit ihrer Sprache nicht experimentieren wollen. Wir können fortschreiten, wenn wir bereit sind uns mit anderen Theorien auseinanderzusetzen.

 

Wittgensteins Schweigen

 

II.

 

Zwei Dinge erkennen wir seiend, den Sprecher und den Hörer, beide sind selbstständig im Denken! Die Sprache (das Sprechende ist nur die Brücke, die Differenz. Durch den Fluss sind beide Ufer voneinander getrennt. Die Brücke bildet lediglich die Möglichkeit eines Übergangs. Wir befinden uns mit unserem Denken in einem Stundenglas. Die eigentlich richtige Methode des philosophischen Denkens ist das ständig etwas unsinniges Sagen (im Gegensatz zu Wittgensteins nichts zu sagen…). Dieses Schwätzen, palavern, beinhaltet das Schweigen. Dass ein Mensch sein Denken über einige Zeit ändert, seine Überzeugungen revidiert, beweist doch in seinem menschlichen Verhalten eine Denkkontinuität. Bei Wittgenstein hat Denken und Sprechen seinen Ausdruck im Schweigen. Er verortet allerdings das Schweigen im Nichtssagen und nicht wie hierbei hinter dem Sprechen! In der Übereinstimmung des jeweiligen Schweigens mit der einsicht der Unsagbarkeit für Fragen außerhalb der Naturwissenschaft, dieses Schweigen bereits gesprochen hat, wie auch im Sprechen darüber, das Unsagbare spricht: „du redest Unsinn, aber ich weiß schon was du meinst, oder auch nicht.“  Auch im Schweigen liegen Vorstellungen zugrunde, die zu begreifen, der das Schweigen erkennende, aufgefordert wird. (TLP 4.112) Die Philosophie ist Erläuterung (Sprechen), ist eine Tätigkeit (keine Lehre) zum Zweck der logischen Klärung von Gedanken. Der Zweck ist nicht das Sprechen sondern das Denken.“ Der Sinn der Welt muß außerhalb ihrer liegen“ (TLP 6.41) Außerhalb der Welt hieße hier außerhalb der Logik. Es geht Wittgenstein um die Ethik. Außerhalb des Traktatus; und er erwog einen zweiten, ethischen Teil seiner Schrift. Ethik ist etwas rein Menschliches. Sie hat wie der Mensch eine begrenzte Lebensdauer und ist nach ihm tot. Sinnvolle Sätze über den Sinn, die den Sinn ausdrücken, kann es nicht geben. TLP 6.42, Darum kann es auch keine Sätze der Ethik geben. Sätze können nichts höheres ausdrücken. Was sagbar und was nicht sagbar ist, bestimmt diese Diskrepanz zwischen der Unmöglichkeit von Metaphysik zu formulieren und den religiös-persönlichen Erfahrungen. Es ist alles eine Frage nach der Wirklichkeit. Im Vorwort des Traktatus heißt es: Was sich überhaupt sagen lässt, lässt sich klar sagen. Das ist meine These. Wir können immer und über alles klar miteinender reden. Aber diese hieße dann weiter, Es gibt überhaupt nichts, worüber man nicht reden kann. Alles worüber man nicht geredet hat (das Schweigen) lässt uns Denken. Es ist die Grenze zu ziehen im vagen Haufen zwischen der Sprache und dem Ausdruck der Gedanken. Wittgenstein gibt der Sprache, dem sagbaren Sprechen die Möglichkeit, durch das, was durch die Naturwissenschaft verifiziert werden kann. Man kann aber Sätze nicht verifizieren, nur falsifizieren. Die Frage ist die, kann man Schweigen falsifizieren, oder falsifiziert das Schweigen das Sprechen? Wir können weder Naturwissenschaftliche Sätze verifizieren, noch religiöse Sätze. Wir können weder Sätze, noch Sprache, noch jedes Sprechen, verifizieren noch falsifizieren, weil sie nicht sinnvoll sein können! Wir können lediglich unsere Welt, alles was wir denken können und unsere Träume, verifizieren. Darum sind Übereinstimmungen von Sprache immer problematisch. Philosophisch heißt das Problem: „Sag mal irgendwas, ich denke mir meinen Teil!“ Unser Denken, das sich im Stundenglas befindet, müssen wir denken! Eine Frage, nach dem Unsinn, und wir müssen erkennen, worin dieser Unsinn liegt! Wir haben die Möglichkeit zu sprechen, aber wir haben nicht erkannt, das wir uns über die Sprache nicht verstehen! Jedermann weiß unendlich viel, aber etwas auszudrücken, oder zu erklären, weiß man nicht.

 

Sprachspiel

III

Unter Sprachspiel (engl. language game) wird allgemein eine sprachliche Äußerung verstanden, die zwischen einer bestimmten Verwendungssituation auftritt. Diese Verwendungssituation ist die nonverbale Zusammenstellung des Satzes. Im philosophischen Diskurs spricht man hier von einem Sprachspiel. Allgemein kann man unter Sprachspiel jede Form der sprachlichen Äußerung innerhalb eines praktischen Zusammenhangs verstehen, also die massenhafte Arten des Wort- und Satzgebrauchs. Nach der Theorie Wittgensteins wonach das mit dem Begriff verbundene „Sprechen der Sprache ein Teil ist einer Tätigkeit, oder einer Lebensform“. Dabei können diese sprachlichen Äußerungen von gemeinen Lauten bis zu komplexen sprachlichen Systemen reichen: Auch die Philosophie, ein Jargon, ein Spaß, ein literarischer Text oder andere Sprachformen können daher als Sprachspiele bezeichnet werden. Im weiteren Sinne zählen auch Äußerungsformen wie diejenigen der Mathematik oder der formalen Logik zu den Sprachspielen. Diese zeichnen sich gegenüber anderen alltäglichen Sprachspielen durch einen vergleichsweise hohen Grad an Präzision bezüglich der verwendeten Begriffe aus. Es ist aber für eine Sprachtheorie irrelevant, ob eine niedere Sprache oder eine hohe Sprache vorliegt, was im Übrigen auch kein Kriterium für Präzision ist. Das Sprechen mag auch ein Teil einer Lebensform oder einer Tätigkeit sein. Zumindest hat das Sprechen nichts mit dem Sprachspiel zu tun, zumindest sowenig wie der Ball oder die Art des Werfens. Ein Sprechen kann man aber vielleicht mit Gedankenexperimenten vergleichen. Innerhalb von Wittgensteins eigenem Werk sind Sprachspiele oft bestimmte Gedankenexperimente, in denen ein eng umrissener Gebrauch von Worten dargestellt wird, um an simplen Beispielen ihre Verwendungsweise zu studieren. Diese Sprachspiele sind nach Wittgenstein von der Sprache des Alltags zu unterscheiden. Diesen Unterschied mache ich explizit nicht. Es gibt zwar diese Unterschiedlichen Spiele. Ich kann aber nicht nachweisen dass ein Murmelspiel einen geringeren Wert besitzen soll als ein Golfspiel. Es geht immer um den Wert des Spiels, sozusagen um den olympischen Gedanken. Wittgenstein versucht bestimmte Aspekte der Sprachpraxis im generellen zu interpretieren. Die wörtliche Darstellung von Sprachspielen dient bei Wittgenstein zumeist dem Zweck, das Entstehen philosophischer Probleme auf missverstandene Sprachspiele zurückzuführen. Hierin liegt der Grund aber, dass alles Sprechen nur verstanden und missverstanden werden kann. Das Sprechen ist immer unverstandenes Unverständnis! Selbst wenn wir einen Satz verstehen ist dies nicht auf die Rede zurückzuführen. Wie wir auch kein Spiel verstehen wenn plötzlich ein Ball oder ein Spielstein oder Spielzug ins Spiel kommen. Der Gedanke für den Sprachspiel-Begriff ist, dass jede sprachliche Äußerung in einer menschlichen Praxis beheimatet ist. Das heißt auch das wir sprechen müssen und sprechen können und von anderen mit denen wir sprechen verstanden werden können. Das heißt aber nur dass wir uns die Bälle zuwerfen. Hieraus ein Spiel zu formulieren ist ein anderes Werk. Nur innerhalb dieser (zum großen Teil nichtsprachlichen) Praxis machen die vielen verschiedenen Sprachspiele Sinn. Das ist genau der Knackpunkt. Der größte Teil des Sprachspiels ist nonverbales Schweigen. Ein Wort, ein Begriff oder ein Satz hat seine Bedeutung also nicht unabhängig davon, was man mit diesem Wort, dem Begriff oder dem Satz tut und in welcher Situation man ihn äußert. Vielmehr liegt die Interpretation im Hörenden, was der Sprecher bereits berücksichtigt ist was er von seinem Zuhörer erwarten könnte. In den Philosophischen Untersuchungen brachte Wittgenstein dies auf die Formel: „Ich werde auch das Ganze: der Sprache und der Tätigkeiten, mit denen sie verwoben ist, das »Sprachspiel« nennen.“ – Wittgenstein, PU § 7 So nennen wir es doch auch einfach Sprechen, wie wir auch ein bedeutungsloses Spiel ein Spiel nennen. So nenne ich hier dieses Sprechen: SCHWAIGEN, weil dieses Sprechen nichts sagt, so wie das Spiel nichts sagt, wie auch das Ergebnis eines Spiels nichts sagt, so wie alles was sagt nichts sagt und lediglich zum Nachfragen anregt und durch Nachdenken zu Ergebnissen führt. Vielleicht hat hier Wittgenstein erkannt, je vergleichsweise höher der Grad an Präzision bezüglich der verwendeten Begriffe ist, je mehr muss man Nachdenken und diese ganze meist Stille Begleitung der Rede nenne ich das Schwaigen.

Im Braunen Buch, einer Vorstufe der Philosophischen Untersuchungen, bezeichnete Wittgenstein die Sprachspiele noch als „in sich geschlossene Systeme der Verständigung“ Ein richtiger Weg. Diese Formulierung taucht in den Philosophischen Untersuchungen jedoch nicht mehr auf. Sprachspiele sind dort bei ihm grundsätzlich offen, lassen sich zumindest theoretisch beliebig erweitern oder verändern. Auch ist es nach Wittgensteins Auffassung in den seltensten Fällen sinnvoll, eine „geschlossene“, also klar definierte und abgegrenzte Verwendung eines Begriffs zu fordern oder zu suchen. Hier votet er für eine vage Bezeichnung des Begriffs Sprache und er bleibt auch Vage indem er es mit dem Begriff spiel verknüpft. Viele Begriffe (viele Sprachspiele) seien gerade dadurch praktikabel, dass man keine genauen Grenzen für ihren Gebrauch ziehen kann. Also was ist nun das Sprechen, etwas mit ungenauen Grenzen, beliebig Vage oder können wir im Sprechen ein genaues Ergebnis herleiten? Exemplarisch erläutert dies Wittgenstein anhand des Begriffes „Spiel“: Betrachte z.B. einmal die Vorgänge, die wir »Spiele« nennen. Ich meine Brettspiele, Kartenspiele, Ballspiel, Kampfspiele, usw. Was ist allen diesen gemeinsam? – Sag nicht: »Es muss ihnen etwas gemeinsam sein, sonst hießen sie nicht ›Spiele‹ « – sondern schau, ob ihnen allen etwas gemeinsam ist. – Denn wenn du sie anschaust, wirst du zwar nicht etwas sehen, was allen gemeinsam wäre, aber du wirst Ähnlichkeiten, Verwandtschaften, sehen, und zwar eine ganze Reihe. Wie gesagt: denk nicht, sondern schau! – Schau z.B. die Brettspiele an, mit ihren mannigfachen Verwandtschaften. Wir erkennen nun hieran schon, es kommt nicht mehr auf das Sprechen an Wittgenstein erkannte das schon sondern, und hier sagt er ja, sieh hin, und beim sehen verschafft man sich ein Bild und das kommt dem Denken schon näher. Nun geh zu den Kartenspielen über: hier findest du viele Entsprechungen mit jener ersten Klasse, aber viele gemeinsame Züge verschwinden, andere treten auf. Wenn wir nun zu den Ballspielen übergehen, so bleibt manches Gemeinsame erhalten, aber vieles geht verloren. – Sind sie alle ›unterhaltend‹. Vergleiche Schach mit dem Mühle. Oder gibt es überall ein Gewinnen und Verlieren, oder eine Konkurrenz der Spielenden? Denk an die Patiencen. In den Ballspielen gibt es Gewinnen und Verlieren; aber wenn ein Kind den Ball an die Wand wirft und wieder auffängt, so ist dieser Zug verschwunden. Schau, welche Rolle Geschick und Glück spielen. Und wie verschieden ist Geschick im Schachspiel und Geschick im Tennisspiel. Denk nun an die Reigenspiele: Hier ist das Element der Unterhaltung, aber wie viele der anderen Charakterzüge sind verschwunden! Und so können wir durch die vielen, vielen anderen Gruppen von Spielen gehen. Ähnlichkeiten auftauchen und verschwinden sehen. Und das Ergebnis dieser Betrachtung lautet nun: Wir sehen ein kompliziertes Netz von Ähnlichkeiten, die einander übergreifen und kreuzen. Ähnlichkeiten im Großen und Kleinen. – Wittgenstein, PU § 66 Die Antwort kann doch nur lauten, umgekehrt wird ein Schuh daraus. Ein spiel ist eben ein spiel und morgen ist wieder ein anderes Spiel. Ein Spiel ist eben so unterschiedlich wie die Menschen und das Sprechen ist so unterschiedlich wie die Menschen. Wir hätten es immer gerne genau und präzise. Doch je präziser wir formulieren, desto mehr entfernen wir uns von den Menschen. Die Spitzenspiele der Spitzenspieler sind für den normalen Menschen unerreichbar. Darum werden sie so interessant Auch wenn die Geschicklichkeit oder das Können für andere unerreichbar scheint, so hat doch das Betrachten oder zuhören nur Ästhetischen wert. Das Betrachten eines Spitzenspiels, wie das hören einer wichtigen Rede ist ein ästhetisches Vergnügen mit interessenlosem Wohlgefallen genossen. Diese Ähnlichkeiten, durch welche die Sprachspiele untereinander verwandt sind, nennt Wittgenstein Familienähnlichkeiten. Der Begriff „Spiel“ im Wort „Sprachspiel“ betont also zum einen, dass Sprachspiele in eine menschliche Praxis eingebettet sind: Sprachliche Äußerungen (Sprachspiele) haben demnach auch nur dann einen Sinn, wenn sie eine bestimmte Verwendung und Funktion innerhalb einer Lebensform haben. Also hier wird die Frage nach dem Sinn von Sprechen gestellt. Nun ist uns doch klar das Sprechen sinnlos ist und das Sprechen ohne Sinn ist, denn der Sinn ist vom Sprechen different. Zum anderen verweist der Begriff des Spiels darauf, dass den vielen verschiedenen Sprachspielen nicht notwendigerweise irgendetwas gemeinsam zu Grunde liegt. Es ist doch keine Frage dass es auch etwas Angenehmes ist den Mund zu halten. Die Frage ist nur für wen. Einige wollen immer Reden. Andere wollen immer hören. Ich denke aber dass gerade im Sprechen sehr viel liegt, was nicht gesagt ist und worüber nachzudenken ist. Manche Sprachspiele bauen dabei aufeinander auf. Um etwa an einem philosophischen Sprachspiel teilzunehmen (zum Beispiel wenn über die Verwendung des Begriffs „Sprachspiel“ diskutiert wird), muss bereits die Beherrschung vieler anderer Sprachspiele vorausgesetzt werden. Ein Mensch kann nicht sofort damit beginnen zu philosophieren, sondern muss die Sprache zunächst erwerben, also – in Wittgensteins Worten – zur Verwendung vieler Worte und Sätze „abgerichtet“ werden (PU § 27). Hier hat Wittgenstein natürlich eine falsche, elitäre Vorstellung von philosophieren. Eine Frage könnte sein, ob man das Thing für ein Palavern hält oder für philosophieren. Ich denke die Grenzen sind hier fließend. Jedes Sprachspiel hat bestimmte Regeln: jedes Wort, jeder Satz, hat bestimmte Regeln für seinen Gebrauch. Diese Regeln für den richtigen Gebrauch der Sprache sind Konventionen bzw. Gepflogenheiten, die Menschen innerhalb einer Lebensform teilen. Ein Sprachspiel ist daher prinzipiell nur in einem sozialen Kontext denkbar. Ein Mensch allein wäre laut Wittgenstein nicht fähig, ein Sprachspiel zu etablieren. Dies hat Wittgenstein in seinem berühmten Privatsprachenargument zu zeigen versucht.

Wenn Ludwig Wittgentein (1889-1951) in seinem berühmten "Tractatus logico-philosophicus“ mit der Aussage "Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen“ der (philosophischen) Sprache noch eine radikale Absage erteilte, so machte er der Sprache in seinem Spätwerk wieder Zugeständnisse. Dort gesteht er ihr eine gesellschaftlich erlernte Kommunikationsfunktion zu.

Das Sprachspiel bei Ludwig Wittgenstein

Können die Menschen sich mittels ihre Sprache wirklich verstehen? Kann der Sprecher davon ausgehen, dass seine Worte vom Zuhörer wirklich verstanden werden? Ludwig Wittgenstein stand diesen Fragen skeptisch gegenüber. Für ihn bedeutete Kommunikation hauptsächlich das Erlernen von Verhaltensregeln innerhalb der Gesellschaft. Er nannte das ein Sprachspiel.

Benennung der Gegenstände als Voraussetzung

Die Voraussetzung, am Sprachspiel der Gesellschaft teilnehmen zu können, ist für Wittgenstein das Erlernen der Regeln. Dies findet im Benennen durch den Lehrer bzw. Nachsprechen des Lehrlings statt (hinweisendes Lernen). In seinen Philosophischen Untersuchungen schreibt Wittgenstein: "Der Lernende benennt die Gegenstände. Das heißt, er spricht das Wort, wenn der Lehrer auf den Stein zeigt. - Ja, es wird sich hier noch die einfachere Übung finden: der Schüler spricht die Worte nach, die der Lehrer ihm vorsagt - beides sprachliche Vorgänge.“

Wer das Sprachspiel spielen kann, handelt situativ richtig

Aber wie kann man sicher sein, dass durch das hinweisende Lernen der Schüler die Bedeutung der Worte wirklich versteht und nicht bloß nachspricht? Eigentlich gar nicht. Für Wittgenstein gab es kein tieferes Verstehen in diesem Sinne, sondern nur die Regeln des Sprachspiels. "Verstehen“ bedeutet in diesem Fall, dass jemand innerhalb des Sprachspiels richtig handelt, das heißt die "richtigen“ Reaktionen zeigt.

Wörter oder Sätze haben bei Wittgenstein keinen festen Bedeutungssinn. In unterschiedlichen Situationen kann ein Wort oder Satz eine völlig andere Bedeutung annehmen und ganz unterschiedliche Reaktionen erfordern. Mit dem Benennen ist also noch nicht viel gewonnen. Der Ausruf "Bitte!" beispielsweise kann ein Ruf nach Hilfe sein, aber auch der Ausdruck von Höflichkeit, wenn wir jemandem einen Gefallen tun. Ruft der Meister seinem Lehrling "Platte!" zu, so wird dieser, je nach Situation wissen, was zu tun ist: die Platte bringen, wegtragen, weiterreichen und so weiter.

Kritik an der Privatsprache

Können wir mitfühlen, wenn uns ein anderer von seinen Gefühlen erzählt? Typischerweise nehmen wir an, dass jemand, der von seinen Zahnschmerzen erzählt, genau die gleiche Empfindung hat wie man selbst, als man Zahnschmerzen hatte. So ist es auch mit anderen "privaten“ Empfindungen. Dabei gibt es nach Wittgenstein keinen Hinweis darauf, dass die Empfindungen vergleichbar wären. "Das Wesentliche am privaten Erlebnis ist eigentlich nicht, daß Jeder sein eigenes Exemplar besitzt, sondern daß keiner weiß, ob der Andere auch dies hat, oder etwas anderes“, formuliert der Sprachphilosoph in seinen "Philosophischen Untersuchungen“. Für ihn stand fest: "Den Begriff 'Schmerz' hast du mit der Sprache gelernt.“ Auch Empfindungen werden durch hinweisendes Lernen Teil des Sprachspiels. Im Falle von Schmerzen erlernen wir, die äußeren Anzeichen (Wimmern, Klagen, sich Krümmen) mit dem Begriff Schmerz in Verbindung zu bringen. Nur über diese Schmerzäußerungen sei unser Schmerzbegriff definiert und gesellschaftlich erlernt, glaubte Wittgenstein.

 

Wie sinnvoll sind private Äußerungen?

Im Grunde negierte Wittgenstein die Privatsprache. Für ihn bestand eine private Sprache letztendlich nur aus Lauten, die kein Anderer verstehen kann, und von der lediglich der Sprecher glaubt, sie verstehen zu können. Selbst die eigene Wahrnehmung des Sprechers bezweifelt Wittenstein noch. Dass dieser seine eigene Empfindung richtig wiedererkenne daher den Begriff richtig anwenden können, selbst das zog Wittgenstein in Zweifel. Spiel mit der Sprache in der Literatur. Als Sprachspiele im weiteren Sinne könnte man auch die konkrete Poesie (visuelle Poesie) bezeichnen, die vor allem die optischen und akustischen Aspekte der Sprache zum Anlass nimmt, in Abweichung von den offiziellen Normen der Sprache zu spielen und Formen der Darstellung unkonventionell zu variieren. Ihrer Theorie zufolge stellt „Konkrete Poesie“ keine Sachverhalte mehr dar – außer sich selbst. Insofern ist das Spiel mit der Sprache das Ziel dieser Art der Sprachmanipulation.

Ich weiß nicht, was ich soll; es ist mir alles, ein Ort, Unort, Ewigkeit, Zeit, Nacht, Tag, Freude, Schmerz. Schwierigkeiten, die sich bei der Entwicklung von Texten, dem formulieren, schreiben, lesen, und verständigen ergeben, aus der Entwicklung einer Gedankenkette, bilden sie einen Widerstand zur Sprache im Schwaigen; und wenn ich spreche, so besitze ich doch die mir eigene Überheblichkeit, in einer Besonderen, mir eigenen Sprache zu sprechen, und doch unterscheidet diese nicht von jeder Allgemeinen, noch einer Anderen, oder Besonderen. Wie kann ich allein sprechen, selbst mit mir? Ich will sprechen. Darum rede ich Vermischung, also Chaos. Die Ordnung im Denken wird alleine aus der Unordnung entwickelt, aus Nichtwissen, nur so aus Un-Sinn. Diese Betrachtungsweise allein scheint mir aber eine Überhebliche, eine rein menschliche. Es ist allein nützlich und zeigt nur unser Unvermögen, das wir uns bei der sprachlichen Verständigung zustimmen, wir hätten diese Idee hinter dem Sprechen richtig verstanden als ein Wissen um Wahrheit. Befinden wir uns, mit Text und Sprache, immer und zu jeder Zeit, in einem Labyrinth, ohne auch nur eine Ahnung, von einem Ansatzpunkt dafür zu haben, dieses jemals zu verlassen. Wir wollen es auch gar nicht verlassen, vielleicht ist es auch so, dass wir dies gar nicht können. Das Schwaigen als ein Werden von Text und Sprache zu verstehen, bedeutet Text und Leere oder Sprechen und Schweigen, diesen paradoxen Widersprüchen, das Fehlen eines Werdens von Sinn einzuräumen. Hier heißt es der Satz vom Widerspruch von Aristoteles ist ebenfalls Un-Sinn. Wenn es den Text also so nicht gibt, gibt es auch keinen Sinn. Um aber Sinn entstehen zu lassen, brauchen wir das Werden von Sinn aus dem Unsinn von Text und Sprache. Logisch fordert jeder Satz, jeder Text, einen Gegensatz. Das Schwaigen aber ist keine Rede und kein Schweigen. Es ist gleichzeitig Text, Rede, Leser und Zuhörer.

Aber vielleicht ist das mit der Sprache auch lediglich eine Menschheitsfrage. Der Dichter spricht und man versteht ihn nicht denn er redet unschuldig, ohne Anspruch auf eine wahre oder falsche Erklärung.. Der Wissenschaftler spricht, und man versteht ihn nicht. Der Philosoph spricht, will verstanden werden, aber man will ihn nicht verstehen, es fehlt der wissenschaftliche Schluss, der in Wirklichkeit keiner ist. Aber das Verstehen ist nicht von der Art, wie man einen Affen nicht verstehen kann. Vielmehr reizen beide einen überproportional reichen Wortschatz derart aus, dass nur diejenigen folgen können, die bereits ihrem Weg gefolgt sind. Schwaigen ist ein intuitives Gespür unwiderlegbarer Medienreflexion, einen Text (erkannt als eine vage Sprechhandlung) mit Supervaluation als ein wahrhaft Überzeugendes zu erkennen. Es ist keinesfalls, hermeneutische Interpretation, noch eine sprachwissenschaftliche, allgemeine Sprechakttheorie konstruiert. An einem solchen Satz, der problematisch interpretiert werden kann, zeigt sich eine „Wort für Wort“ Interpretation, als Fehler. Erst die ständige Lektüre und Beschäftigung lässt intuitiv den reinen Sinn, des Textes erkennen.

1.) Wir wissen Nichts – Darum Sprechen wir in Denkaufgaben.

2.) Wir sprechen intentional. Regeln und Grammatik kennen wir intuitiv.

3.) Man kann nie etwas Genaues sagen.

4.) Wir wollen auf etwas (EINES) hinaus. Einer Differenz hinter dem Sprechen. Was können wir wissen? Einer Kompetenz hinter der Performanz.

Interessenloses Denkmalzeugen

 

Der Schriftzug zieht weiter zum Ziel – Dort! Es geschieht als ein interessenloses Denkmalzeugen. Bei Heidegger ist die Sprache das Haus des Seins. Beim Dichter ist die Sprache das verlassene Haus ohne Sein (Un-Sein – Ohne Sein – Un-Sinn) Die Schrift ist unterwegs (Escape) in Flucht vor dem Wort der Sprache ohne Exil. Unwegsam scheint die wahre Strecke. Sprachentwicklung entbehrt jeder Voraussage. Sie zieht ins Offene, ins Leere. Sprache enthält keine Wahrheit. Kein Zeichen, kein Bezeichnen. Nur im Tierlaut, Donner und Lallen scheint noch Wahrheit. Hermeneutik hat sich der Sprache entzogen.

Wenn ich jemand anderem etwas mitteile, ich als der Sprecher und der Andere als Rezipient. Teile ihm etwas mit, das heißt meine Sprache, meinen Text teile ich mit ihm. D. h., es ist so etwas wie St. Martin mit dem Mantel, er bekommt nur die Hälfte. Das hieße dann aber auch, dass auch ich als Sprecher nur die Hälfte hätte. D. h. der Text, den ich als Ganzes herausgebe, ist für mich als Sprecher, bei seinem herausgeben, nicht mehr vollständig. D. h., sobald ich ihn ausgesprochen habe, bleibt er mir nur als weiterer Gedanke. Dass gleiche gilt für den Rezipienten. Der ganze Text ist für ihn ebenfalls nur ein Gedanke. Sprache spielt in unseren Gedanken eine besondere Rolle. Wir können unsere Gedanken nicht in Worte fassen. Weil unsere Gedanken und das Erlebte, gedanklich Veränderte, sprachlich nicht greifbar erscheint. Wir müssen etwas aussprechen, dass eigentlich unaussprechlich, unsagbar ist. Es muss etwas gesagt werden, was als nicht vorhanden erlebt wird. Wenn wir uns nicht mit unserer Sprache mit unserem Rezipienten, eins sind, dann bleibt uns nur diese Möglichkeit, auf die uns Nikolaus von Kues in der Lehre von der belehrten Unwissenheit verweist, "wer aber den Sinn erfassen will, der muss, statt auf dem literarischen Sinn zu achten, seinen Geist über die Worte Bedeutung erheben. Denn die Worte lassen sich nur schwer, solchem geistigen Geheimnis anpassen." (DE 1,8)

Der Satz vom Widerspruch hat im normalen Sprachgebrauch keine Bedeutung. Erst wenn ich sage zum Beispiel der Körper ist rot, so kann ich auch unter völlig anderen Voraussetzungen sagen der Körper ist nicht wo. (Weil ich ohnehin nicht beides zusammen sagen oder denken kann) ich kann auch sagen die Erde ist rund, (eine Kugel) und zeichnet gleichzeitig einen Kreis (eine Scheibe), das bedeutet aber auch das wir immer richtig sprechen, ja, dass wir immer richtig sprechen müssen. Dies gilt auch im moralischen Sinn.

 

 

Beim Schweigen liegt die Erkenntnis statt im Text, nun im Erkennen. Denn nicht auf Wortlaut vielmehr auf die wörtlich nehmende Wahrnehmung.

Anfang zu Schweigen als Anfang. Schweigen es fällt mir schwer meine Gedanken zu diesem Thema aufzuschreiben, denen ich mich nur körperlos wenn überhaupt annähern kann. Dass und aussprechen, bleibt nicht und ausgesagt. Denn es wird sich zeigen. Als das Mystische. (Wittgenstein) also im Schweigen geht es darum in einem Text das Wort Gott zu verschweigen also in einem Text, wo es um Gott geht, das Wort Gott nicht zu verwenden. Anstelle dieses Wortes stände natürlich das Wort sein (Heidegger) „es geht nicht darum zu schweigen, wie man es zu tun vorziehen könnte, (so Heidegger) wenn die Frage nach dem Denken von Gott sich stellt“.

Nein, eher darum am Sujet dort das Wort sein, nicht kommen zu lassen. Also hier auch das Wort sein nicht zu benutzen zum Verschweigen, da es dort auch um das Wort Gott geht. Dieses Schweigen ist aber immer als ein Schwaigen mitzulesen. Aus dem, was nicht gesagt wurde, man sagt auch aus dem Inhalt einer Rede das heißt der Inhalt einer Rede ist nicht die Rede aus diesem nichts diesem nicht gesagten ist länger und viel mehr herauszulesen als aus dem Text, das ist Sinn des Schweigens. Der Text ist im Gegensatz zu der bestehenden, endlichen Vielfalt von Worten und Begriffen, in seiner absoluten eindeutigen Einheit insoweit unvergleichbar, dass man diesen insgesamt als, unsagbar und unaussprechlich bezeichnen muss. Das Schweigen liegt ebenso im Text einer kompletten Bibliothek wie auch in jedem Wort. Wenn ich einen Text mit meinem Verstand und meiner Vernunft, also mit meiner ganzen menschlichen Erkenntniskraft erkennen könnte dann wäre die Negation so, dass das letztendlich erkennen des Textes, nicht erfassbar wäre. Ich weiß alles was ich weiß und das ist nichts, und selbst wenn ich das begreife, ist es nichts. Wenn wir also gelesen oder geschrieben nicht begreifen können so dann vielleicht im Schweigen. Zu dem Unbegreiflichen gelangen wir durch die Erkenntnis des Schweigens. Die Frage ist doch diese des alten Xenophanes: wie sollen wir uns die Götter denken? Also wir haben heute andere Dinge, die wir als Götter bezeichnen könnten.

 



[1] Ingeborg Bachmann beim Einmarsch der Truppen in Klagenfurt

[2] Platon, Menon (übers. V. M. Kranz Stuttgart 1994 80c -81a-e

[3] Vgl. Das Paradigma des Alphabets, Jürgen Villers, 8. Kapitel  8.2.3

[4] Dito, Villers Das Paradigma des Alphabets

[5] Platon (427-347), griech. Philosoph

 

[6] Stefan George, Werke Bd. I, S. 190

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Meine sehr verehrten Damen und Herren,

Sehr verehrte Philosophen

 

Es geht wie sie bereits wissen um Schwaigen und Nichtsz.

Nun denken die meisten, Schwaigen, das heißt nicht Reden und Nichtsz das wäre nicht einmal etwas. Dies ist vollkommen falsch.

Es geht hier um Sprache und Sprechen und das scheint etwas von dem wir nichts wissen und darum geht es. Was können wir dazu wissen?

Wir haben alle eine Sprache und können sprechen, aber wie können wir das und wie können wir uns damit verständlich machen. Können wir wirklich sprechen? Eine gute Frage.

Viele glauben noch diese These, dass die Sprache den Menschen vom Tier unterscheidet. Aber weder die Sprache, noch das Verstehen macht den Menschen aus.

Wenn das Tier nämlich in seiner Sprache spricht, Laute von sich gibt, versteht es sofort. Der Hund bellt und der andere Hund versteht ihn. Das Huhn gackert und das andere Huhn weiß es hat ein Korn gefunden. Die Katze miaut und will mit dem Menschen kommunizieren und der versteht kaum, vielleicht das sie fressen will, wie immer.

Wie ist es aber mit dem Menschen? Er sagt ich hab Hunger, aber was soll das heißen? Nichts. Nur eine Aussage. Will er ins Restaurant? Will er einkaufen? Muss er nach Hause? Dafür braucht er die Sprache, damit das geklärt werden kann. Und viel Sprache, weil viel zu beantworten wäre.

Wir können auch nicht mehr dieses Grunddenken, was das Tier könnte. Es weiß genau den nächsten Schritt des Anderen und überspringt diesen Gedanken. Da hinkt der Mensch sehr hinterher. Der Mensch lernt erst spät, aber dann intensiv erlernt. Kein Grundverständnis, dies scheint tief in seinem Innersten vergraben.

Wenn der Mensch denkt, formuliert er Sätze vor und artikuliert sie bereits anders als gedacht und der Text steht um erst vom Redner und Angesprochenen neu interpretiert zu werden. Also die Sprache ist lediglich Hilfsmittel und Werkzeug zum abbilden von Zeichen die wiederum erst verstanden und interpretiert werden müssen.

Und wo sitzt dann die Sprache? Hinter der Stimme oder hinter dem Sprechen? Oder tritt sie erst mit dem Sprechen zu Tage?

 

 

Meine verehrten Damen und Herren ich werde von etwas sprechen von dem man nur schwer sprechen kann. Dass man aber auch schwer verstehen kann.

Mein Buch über Schweigen spricht vom Sprechen. Dies ist doch sehr kompliziert. Man kann eigentlich nichts darüber sagen. Doch ist es so das jeder der davon gehört hat sogleich sagen wird: dass er es verstanden hat sowie dass dies eine Binsenweisheit wäre. Dieses kennt doch jeder. Es ist so als würde ich fragen ist dies hier ein Buch oder ein Kugelschreiber? Das weiß doch jeder, das kennt doch jeder. Hier geht es aber um die philosophische Frage. Dies ist eine einfache. Das werden wir gleich feststellen. Denn die Philosophie bietet auf eine komplizierte Erklärung aber dies ist gleichzeitig ihr Fehler. Bereits Platon genauer gesagt Sokrates wollte wissen was das ist die Tugend war doch nie mit den Antworten zufrieden. Dies eben scheint mir die Philosophie zu sein. Wir fragen den Philosophen er aber antwortet als Wissenschaftler. Bereits damit hat er die Philosophie aufgegeben. Mit dieser Behauptung, die Philosophie wäre eine Wissenschaft, geben die Philosophen die Philosophie auf. Eine philosophische Frage sollte besser ein von einem Clown beantwortet werden. Als Clown sprechen wir immer philosophisch. Mein Buch handelt nun darüber wie wir mit der Sprache, wie wir mit den gesprochenen Dingen umgehen. Wie wir der mit umzugehen haben. Im Gespräch verstehen wir oft, worüber gesprochen wird, was gesagt wurde ohne dass etwas gesagt ist. Wenn etwas gesagt ist dann wird es kompliziert. Bei einem Text stehen wir vor dem Dilemma. Ist es wie wir es uns dachten oder ist es so wie es gesagt wurde? Meinen wir mit unserer Sprache nun das einen, ein einziges, also dieses was buchstäblich der Buchstabe dieses Wortes eher gibt oder besteht unser Text aus vielen Teilen und unzähligen Kontexten? Dieses scheint mir doch an dieser Stelle die Frage. Selbstverständlich ist uns allen klar das immer wenn wir verstanden haben was gemeint ist und die Frage die hier behandelt wird scheint zunächst eine Binsenweisheit. Diese Binsenweisheit scheint jedoch in der Form das mir über sie nicht mehr sprechen brauchen. Dieses aber ist ein philosophischer Fehler. Über logische und über metaphysische Dinge lässt sich doch vorzüglich brillieren! Was ergibt einen Text her? Was weiß man darüber? Was weiß man über einen Satz und was kann man darüber wissen? Zunächst ist nur der Text richtig der uns anspricht. Der Text ist alles was der Fall ist. Man kann über alles reden, aber man muss es auch verstehen. Mit verstehen meine ich nicht allein dass man die Sprache versteht. Verstehen bedeutet hier verstanden haben. Dieses ist letzten endlich niemals vollständig. Auch wenn wir wissen was dieses Buch oder dieser Kugelschreiber hier ist, so können wir Sie doch niemals vollständig verstanden haben. Dies scheint zunächst im Sprachgebrauch nicht richtig.

 

Sprachphilosophie beurteilte dieses Thema bisher völlig anders. An dieses Thema geht sie wissenschaftlicher an. Sie erklärt Sprache zu einem Forschungsgebiet auf welchem alles festgelegt und erklärbar erscheint. Dies wäre ohnehin nur möglich wenn man sich bei der Sprache festgelegt. Dies ist aber bei Sprache als ein sich unentwegt bewegendes nicht möglich. Die wissenschaftliche Vergewaltigung der Sprache greift vom Duden welche die Worte festlegt wie diese zu verwenden sind bis zum Lexika welche Bedeutung den Wochenenden zuzuschreiben ist. Dieses aber entspricht keinesfalls dem Sprachgebrauch. Wir können nicht Theorien festlegen und danach sprechen vielmehr müssen wir sprechen und können dann zu unserer Sprecherziehung hinaus. Ich kann Verkehrszeichen Ampeln und Regeln kennen und lernen, kennenlernen, aber dies hat keinen Bezug dazu, was alles für Möglichkeiten vorhanden sind. Ich kann Fahrradfahren oder Autofahren aber ich weiß nicht wie es funktioniert, noch dass es funktioniert und schon überhaupt nicht, warum es funktioniert.

 

Nichts ist als Schweigen der Sprache. Eine Philosophiegeschichte des Nichts führt zielgerichtet durch die Philosophie des 19. und 20. Jahrhundert auf die Suche nach dem Nichts und zu seiner Begründung. Ausgehend von Leibniz mit seiner "Besten aller Welten" über Kant und über den "europäischen Buddhisten" Schopenhauer, zum Nihilisten Nietzsche, der dann aber doch nicht so richtig Nihilist war, bis hin zu Heidegger, Anders und Jonas. Goethes Mephisto genauso wie Hamlet und seine ewige Frage nach dem "Sein oder nicht Sein?", oder war es die Frage nach dem "Sein oder Nichts sein?"

Also diese Frage nach Sein oder Nichtsein ist lediglich diese Frage nach dem Vielen oder dem Einzelnen. Das Sein scheint doch alles und das als Eines gesehen, und zwar so, wie das Eine, also Nichts bei Parmenides. Dieses Nichtsein scheint doch lediglich dieses Einzelne, aus dem das Ganze als Eines zusammengesetzt ist. Das hieße, dieses Gesamte Eine Nichts, aus lauter Nichts zusammengesetzt. Wenn ich nun behaupte, ich rede hier an dieser Stelle Unsinn, und ein intelligenter Wissenschaftler oder genauer sage ich ein Philosoph, erwidert mir dann, dass meine Stellungnahme dann ebenso Unsinn sein müsste, so wäre ich mir daraufhin absolut sicher, dass dieser von aller Philosophie nichts verstanden hat. Also wären wir wieder beim Nichts und das wäre doch sicher wiederum etwas also Eines oder eben Sein. Rede und Text sind niemals sinnvoll. Wer sagt, Reden sei sinnvoll, leugnet den Sinn der Dinge. Wer leugnet, dass es Unsinn gibt in der Rede, gibt zu, dass es Sinnvolles gibt. Denn, wenn das, worüber wir reden nicht sinnvoll ist, macht es keinen Sinn, dass unsere Rede Sinn hätte. Kant, der „… sich den richtigen Ausdruck zu erschreiben sucht … nicht erst alles im Kopfe fertig konzipiert, Inhalt wie Darstellung, sondern höchstens den Gedankengang im Voraus feststellt, dann aber das Einzelne mit der Feder in der Hand durchdenkt“. Dies ist nur der Beweis, dessen Begriff allgemeine Bestimmung ist, wie Sein und Nichtsein, Sinn und Unsinn. Rede kann nicht gleichzeitig Sinn und gleichzeitig Sein werden, noch dass sie selbst zum Sinn oder Sein wird. Alles, was ist, der Inhalt oder der Text, muss erst durch Rede verändert werden. Das Erste aber, von dem Sinn entsteht, muss aus Unsinn (nicht dem gebräuchlichen Unsinn, vielmehr einem nicht Sinn, Un-Sinn) entstehen. Dies bringt Kant da zum Ausdruck, wo er schreibt, der stolze Name einer Ontologie, welche sich anmaßt, von den Dingen überhaupt objektive Erkenntnisse ... Das Nichtsein ist zu betrachten als eine einzelne wissenschaftliche Erkenntnis von Nichtsein, von Philosophie oder Physik, sagen wir einer Atombombe, während das Sein in der Explosion derselben liegt in der Apparition eines Blitzes eines Gedanken. Daneben gibt es bei Kant allerdings eine Auffassung von Vernunft, die als durchaus ... im Gebrauch der Verstandes-begriffe vor und sucht die synthetische Einheit, ... Dies kommt klar zum Ausdruck, wenn er schreibt: „Diese Einheit aller ... Nach Kant können deshalb die mannigfaltigen Vorstellungen, die durch die ... Die ästhetische Idee. Strebt’ zu ihrem intelligiblen Prinzip und .sucht' ihm ,nahe zu kommen', ... Gesetz und Freiheit Ausdruck des freien Spiels der Vorstellungen in der ... denn er schreibt, der „Geist" sei „das Vermögen der Darstellung ... in dieser frühen Zeit finden wir also, dass Kant sich den richtigen Aus- druck zu erschreiben sucht, dass er nicht erst alles im Kopfe fertig konzipiert, Inhalt wie ... des aufgeklärten Menschen, der, dem von Kant formulierten „Wahlspruch der Aufklärung" zufolge, ... leiblichen Kontakt des Bergreisenden zum Gestein auf ganz besondere Weise zum Ausdruck bringt ... Von Kindheit an habe er, schreibt ... Nichts scheint mir das Einzige, was greifbar ist, auch wenn es in der Realität nicht möglich ist, während das Etwas immer nur Schein ist. Nichts ist, als das Schweigen der Sprache.

 

© Manfred H. Freude

 

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